DFB | Campus Wettbewerb

Fußball ist ein Sport, der seit Jahrhunderten Menschen über Landesgrenzen und sozialen sowie kulturelle Barrieren hinweg verbindet. Er erfährt weltweit Zuspruch und Wertschätzung durch Offenheit, sportliche Begeisterung und nicht zuletzt dem mitreißenden Charakter des Spiels.

Der deutsche Fußball nimmt international eine Spitzenstellung ein. Zum vierten Mal errang die Nationalmannschaft der Männer in diesem Jahr den Weltmeistertitel, die Junioren der U19 holten nur kurze Zeit später den Europameistertitel. Auch die Trikots der Frauen-Nationalmannschaft zieren schon zwei Sterne der gewonnenen Weltmeisterschaften 2003 und 2007. Die U20-Juniorinnen stellen sich mit dem diesjährigen Titelgewinn ebenfalls in die Reihen der Weltmeister.

Der DFB möchte nun einen bedeutenden Schritt zur weiteren Entwicklung des Spitzenfußballs in Deutschland tun – und damit die Zukunft des Fußballs in der Spitze wie in der Breite sichern. Mit einer DFB-Akademie sollen Aus- und Fortbildungs- sowie Trainingsangebote für die Leistungsträger des Fußballs, also den Fußballspielerinnen und –spielern, den Fußball-Lehrern und den Schiedsrichtern sowie den Fußballmanagern auf Spitzenniveau geboten werden.

Die Akademie umfasst alle hierzu erforderlichen Einrichtungen, vor allem Sporteinrichtungen wie Trainingsfelder, Fitnesseinrichtungen, Sporthallen, Schulungsräume, und Übernachtungsangebote. Außerdem werden dort Sportwissenschaftler, Mediziner und viele andere Fußballexperten zusammen kommen, um ihr Wissen und ihre Kompetenzen nicht nur im Trainingsbetrieb einzubringen sondern auch weiter zu entwickeln.

Die Anforderungen, Ziele und Maßnahmen für eine DFB-Akademie wurden in enger Zusammenarbeit mit Entscheidern und Experten in einem intensiven Projektprozess erarbeitet und kommuniziert. Nach umfangreicher Überprüfung verschiedenster Standortoptionen hat die Stadt Frankfurt am Main den idealen Standort für die Akademie angeboten. Das Gelände der heutigen Galopprennbahn ermöglicht es, zentrale Einrichtungen des DFB perfekt an einem Ort zusammen zu bringen. Dort, in Frankfurt Niederrad, sollen zukünftig neben der Akademie auch die Zentrale mit ihren organisatorischen Aufgaben, das Pressezentrum sowie die logistischen und weiteren Nutzungen ein neues Zuhause finden.

Der DFB lebt in der Überzeugung der leistungssteigernden Wirkung des Wettbewerbs – auf dem Spielfeld wie in der internationalen Welt des Fußballs. So ist es nur konsequent, den besten Entwurf und die besten Partner zur Planung dieses ambitionierten Projektes im Wettbewerb ausfindig zu machen. Damit wird ein faires Verfahren mit höchster Qualitätssicherheit angewendet, das in einer anonymen und transparenten Auswahl zu den besten Konzepten führt.

Ort

Frankfurt am Main

Auftraggeber:in

Deutscher Fußball-Bund , Stadt Frankfurt am Main

Verfahren

nichtoffener 2-phasiger Realisierungswettbewerb (RPW)

Projektzeitraum

November 2014 - Mai 2015

Wettbewerbssumme

210.000 €

Ansprechpartner:in

Christopher Schriner
schriner@c4c-berlin.de

Termine

  • Versand der Auslobungsunterlagen
    Freitag, 14. November 2014
  • Teilnehmerkolloquium 1. Phase
    Freitag, 21. November 2014
  • Rückfragen bis zum
    Freitag, 05. Dezember 2014
  • Abgabe der Arbeiten 1. Phase
    Freitag, 09. Febuar 2015
  • Abgabe des Modells 1. Phase
    Montag, 19. Januar 2015
  • 1. Sitzung der Jury
    Montag, 09.Februar 2015
  • Ausgabe der Unterlagen 2. Phase
    Dienstag, 10. Februar 2015
  • Abgabe der Arbeiten 2. Phase
    Freitag, 09. April 2015
  • Abgabe der Modelle 2. Phase
    Freitag, 24. April 2015
  • 2.Sitzung der Jury
    Montag, 18. Mai 2015

Teilnehmende

  • acme, London  
  • agps, Zürich  
  • ARGE Gerhard Feuerstein | Architekt, Lindau & Hammer Pfeiffer Architekten, Lindau  
  • Barkow Leibinger, Berlin  
  • Benthem Crouwel GmbH, Aachen/Amsterdam  
  • Glass Kramer Löbbert Architekten BDA Ges. v. Architekten mbH, Berlin  
  • IDOM / ACXT (IDOM Ingenieria y Consultoria SAU), Madrid  
  • kadawittfeldarchitektur GmbH, Aachen  
  • MGF Architekten GmbH, Mahler Günster Fuchs, Stuttgart  
  • Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig  

Preisgericht

Fachpreisrichter:innen

Arthur Numrich, Architekt, Berlin
Guido Hager, Landschaftsarchitekt, Zürich
Prof. Tobias Wulf, Architekt, Stuttgart
Prof. Ulrike Lauber, Architektin, Berlin
Prof. Zvonko Turkali, Architekt, Frankfurt am Main

Sachpreisrichter:innen

Helmut Sandrock, DFB e. V., Generalsekretär
Olaf Cunitz, Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Dezernent für Planen und Bauen
Olivier Bierhoff, DFB e.V., Manager der Herren-Nationmannschaft
Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main
Reinhard Grindel, DFB e.V., Schatzmeister
Wolfgang Niersbach, DFB e.V., Präsident

Ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter:innen

Stefan Bernard, Landschaftsarchitekt, Berlin
Ute Schneider, Architektin, Zürich

Stellvertretende Sachpreisrichter:innen

Dr. Rainer Koch, DFB e.V., 1 Vizepräsident (Amateure, Recht und Satzungsfragen)
Hansi Flick, DFB e.V., Sportdirektor
Markus Frank, Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr
Peter Frymuth, DFB e.V. Vizepräsident Spielbetrieb und Fußball-entwicklung
Rosemarie Heilig, Stadträtin der Stadt Frankfurt am Main, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit
Stefan Hans, DFB e.V., Stellvertretender Generalsekretär

Projekt-Ergebnisse

1. Preis

1. Preis: kadawittfeldarchitektur GmbH, Aachen

Architektur

kadawittfeldarchitektur GmbH, Aachen 
Gerhard Wittfeld, Kilian Kada
Yusra Salman, Tim Witte, Gustav Ibing, Sascha Thomas Andrea Blaschke, Vera Huhn, Markus Schöps Tobias Kleinschmidt, Jonas, David Tarke Amir

Freiraumplanung

greenbox Landschaftsarchitekten, Köln 
Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim 

Fachberatende

Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim 
(Fachbereich: TGA)
 
hhpBerlin – Ingenieure für Brandschutz GmbH, Braunschweig 
 
WSK Ingenieure GmbH, Berlin 
(Fachbereich: Statik)
 

Mit der Grundidee die Sportfelder weitestgehend in die Baustruktur zu integrieren, trifft der Entwurf sehr gut den Kern der Aufgabenstellung. Der Sport ist so im überwiegend nur dreigeschossigen Gebäude fast allgegenwärtig.

In diesem Zusammenhang wird auch die Integration der Fußballhalle des 2. Bauabschnitts sehr positiv gesehen. Dabei konzentriert sich die bebaute Fläche nur auf dem südlichen Teil des Geländes, so dass im Norden Potentiale für eine weitere Entwicklung und Sportflächen entstehen. Das gesamte Flächenprogramm einschließlich des zweiten Bauabschnittes kann innerhalb der Grundstücksfläche von 15 ha untergebracht werden.

Das bestehende Hotel an der Schwarzwaldstraße ist gut in die Gesamtstruktur eingebunden und wird durch den Sportbetrieb nicht beeinträchtigt. Auch die bestehende Bebauung an der Schwarzwaldstraße wird durch die relativ niedrige Gebäudehöhe und das Abrücken wesentlicher Gebäudeteile sehr gut berücksichtigt; dies gilt auch besonders für die Freihaltung des Grundstücks nördlich des Hotels.

Die äußere Erschließung mit klarer Adressbildung ist eindeutig von der Kennedyallee her entwickelt. Eine Zufahrt von der Schwarzwaldstraße zum nach Osten orientierten Eingangsvorplatz ist nicht vorgesehen und kaum möglich.

Das Gebäude ist klar und übersichtlich entlang einer mittig von Süd nach Nord verlaufenden Magistrale entwickelt. Hier und auch in den anderen inneren Erschließungsflächen herrscht eine sehr offene und kommunikationsfördernde Atmosphäre. Trotz der ausgreifenden Gebäudefigur ist die innere Wegeführung sehr effizient. Dies hängt u.a. auch mit der zentralen Mitarbeitererschließung mittels eines überdachten Ganges vom Parkhaus an der Schwarzwaldstraße zusammen. Von den inneren Wegen und auch vielen Räumen aus ist der Sichtbezug zu den Sportfeldern auf vorbildliche Weise gegeben. Allerdings gibt es auch einige Räume, die nur zu den eher engen Innenhöfen orientiert sind.

Die Grundrisse sind in Bezug auf Funktionalität, Bereichsbildung und Flexibilität gut durchgearbeitet. Die Erweiterungsflächen sind richtig zugeordnet, sind aber baukörperlich nicht einfach unter die Dachform zu integrieren.

Sehr positiv wird gewertet, dass der Neubau nach außen hin aufgrund der Fassadenrhythmik und der ausgreifenden Dächer eher eine einladende, fast familiäre Atmosphäre als einen großen repräsentativen Auftritt ausstrahlt. Hervorzuheben ist auch die gute Außenwirkung in den öffentlichen Raum mit der Möglichkeit, den Sportbetrieb auch von Außen zu erleben.

Die starke Einwaldung mit einem Herausstanzen der Sportfelder wird kontrovers diskutiert; sie ist vermutlich schwer in Einklang zu bringen mit den Anforderungen an den nördlich angrenzenden geplanten Bürgerpark mit seinen Sandmagerwiesen. Infolge der baulichen Besetzung der südlichen Grundstücksspitze muss hier in den Baumbestand eingegriffen werden. Insgesamt handelt es sich aber aufgrund der relativ konzentrierten Bauweise um einen besonders naturschonenden ‚grünen‘ Entwurf.

Die offene Innenraumstruktur kann durch eine entsprechende brandschutztechnische Anlagentechnik kompensiert werden. Die Grundrisse geben dafür eine gute Gliederung vor.

Insgesamt handelt es sich um einen herausragenden Entwurf für die neue DFB Akademie und Zentrale, der nicht nur den Belangen des Auslobers inhaltlich in hohem Maß entspricht und einen hervorragenden Beitrag zur Einheit von Sport und seinen Begleitfunktionen anbietet, sondern sich auch in außergewöhnlicher Art städtebaulich maßstäblich präsentiert und integriert.

2. Preis

2. Preis: MGF Architekten GmbH, Mahler Günster Fuchs, Stuttgart

Architektur

MGF Architekten GmbH, Mahler Günster Fuchs, Stuttgart 
Armin Günster, Hartmut Fuchs, Jan Kliebe, Josef Hämmerl

Freiraumplanung

Jetter Landschaftsarchitekten, Stuttgart 
Andreea Porosnicu, Tim Fügemann, Jonas Faber, Lukas Pauli, Ege Baki

Den Verfassern gelingt es auf eine überraschend einfache Weise, mit einem linearen Baukörper das heterogene Umfeld zu ordnen und die vorgefundenen Qualitäten des Ortes herauszuarbeiten. Die Baumasse ist eindeutig und maßstäblich zum angrenzenden Quartier orientiert und baut hierzu zugleich eine sinnvolle Distanz auf. Positiv bewertet wird in diesem Zusammenhang die geringe Höhe des Neubaus. Durch seine weitgehende Zweigeschossigkeit wird ein guter Übergang zu den angrenzenden Quartieren hergestellt und sogar das Hotel gut in die Gesamtanlage eingebunden. Dies gilt nicht für das fünfgeschossige Parkhaus, das die Kraft des Ensembles deutlich schwächt.

Durch die Positionierung des linearen Gebäudes entsteht im östlichen Teil des Grundstücks eine großzügige, zusammenhängende Grünfläche mit ganz beiläufiger Einbindung des Stadtwaldes. Kritisch gesehen wird allerdings die naturräumliche Qualität im Süden des Grundstücks.

Transparenz, Offenheit und Entspanntheit sind die Charaktere des Hauses. Der Neubau weist zudem eine gute Typologie auf. Unter nutzerspezifischen Gesichtspunkten überzeugt der Gedanke, alle Funktionen der DFB Zentrale und der Akademie in einem gemeinsamen Haus zu vereinen und dies im Auftritt des Hauses zum Ausdruck zu bringen. Das lineare Gebäude definiert zugleich den Übergang zu den Spielfeldern und setzt sie ganz beiläugig in Szene. Dieser konzeptionelle Ansatz wird durch die geplanten Tribünen verstärkt.

Die Eingangssituation bildet durch das weitauskragende Dach eine sinnfällige Adresse, die einerseits die Eindeutigkeit des Haupteinganges signalisiert, zugleich dem Haus eine schwellenlose, einladende Geste verleiht. Ein Nebeneingang für Sportler und Nutzer des Hauses ist sinnvoller Weise an der Schwarzwaldstraße positioniert. Die innere Erschließung ist sehr großzügig, ja luftig organisiert und erlaubt immer wieder direkte Bezüge zu den angrenzenden Grünräumen, den Spielfeldern und der beeindruckenden Skyline der Stadt.

Eine durchgängige Orientierung des Inneren zu den Sportfeldern kann leider nicht vollumfänglich hergestellt werden; ein großer Teil der Nutzungen ist zu der weniger attraktiven Seite, beispielsweise zum Parkhaus hin, gelegen.

Die offene Gestaltung des Erdgeschosses erscheint aus den Gesichtspunkten des Brandschutzes problematisch. Dies gilt auch für die Erschließung weit an der Südspitze des Grundstücks; hier können wichtige Bäume nicht erhalten werden. Die Zufahrt ist wenig funktional. Die Durchfahrt im Inneren hinter dem Hotel wird prinzipiell kritisch gesehen. Die Anlieferung sollte keine Störungen für das Hotel verursachen.

Die Lage der großen Sporthalle ist positiv zu bewerten, weil sie einen guten Abstand zum Straßenraum bildet und in die innere Organisation des Hauses eingebunden ist. Wenig attraktiv ist der lange Flur zur Halle im Bereich Lager / Depot.

Die gewünschte Erweiterung der Anlage ist im Sinne des Konzeptes als Aufstockung nachvollziehbar. Die Umsetzung wird aber mit baulichen Störungen verbunden sein.

Insgesamt überzeugt der Beitrag durch seine im positiven Sinne ambivalente Haltung. Der Neubau ist einerseits sehr behutsam und präzise, man könnte gar meinen: mit bescheidenem Auftritt, in die Stadt-landschaftsräumliche Situation eingebunden. Andererseits ist der Neubau ein Haus, das durch seine Fernwirkung eine unverwechselbare Geste und kraftvolle, ja elegante Präsenz entwickelt. Die Arbeit bietet damit sowohl unter städtebaulichen als auch freiraumplanerischen wie auch unter architektonischen Gesichtspunkten einen gelungenen Beitrag.

3. Preis

3. Preis: Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig

Architektur

Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig 
Ansgar Schulz, Benedikt Schulz
Hannes Pohlmann, Raphael Hilz, Masafumi Oshiro

Freiraumplanung

ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH 

Fachberatende

Seeberger Friedl Planungsgesellschaft mbH, München 
(Fachbereich: Tragwerk)
 
Fassadenberatung GmbH, Großbeeren/Berlin 
(Fachbereich: Fassade)
 
Brandschutz Consult Ingenieurgesellschaft mbH, Leipzig 
(Fachbereich: Brandschutz)
 
ee concept GmbH, 
(Fachbereich: Energie und Nachhaltigkeit)
 

Die Idee der Verfasser, mit einer städtebaulichen Großform die Bedeutung des DFB baulich zu manifestieren, überzeugt durchaus. Es wird grundsätzlich als guter Beitrag gewürdigt, da hierdurch die gewollte Einheit des DFB – auf der einen Seite die Zentralverwaltung, auf der anderen die Akademie – gelungen hergestellt wird.

Der gebogene Kopfbau im Süden lässt viel Raum für einen sehr großen öffentlichen Vorplatz. Adresse und Eingang sind klar formuliert, scheinen jedoch in ihrer baulichen Ausformung überzogen. Die langgestreckte geknickte Form umschließt förmlich die Sportfelder. Durch die städtebauliche Figur sind alle Freiflächen gut integriert und von allen Funktionsbereichen gut einsehbar. Der Freiraum ist klar gegliedert und steht im Kontext mit dem Gesamtraum.

Die funktionale Gliederung des Gebäudes ist recht schlüssig; die Separierung des Athletenhauses als Appendix stört zunächst die Großform und erklärt sich nur über die angedachten Erweiterungen (ohne die allerdings dort eine strukturlose Freifläche bleibt). Die späteren Additionen können aber auch nicht überzeugen. Die geplante Erweiterung der Fußballhalle ist folgerichtig angeordnet kann trockenen Fußes angeschlossen werden.

Die Akademie hat gute Bezüge zu den Freiflächen, die grundsätzliche Orientierung im linearen Gebäude ist gut gelöst, führt aber zu langen Wegen. Durch die Platzierung des Depots wird das Hotel akustisch abgeschirmt.

Die ausschließliche Ost-West-Ausrichtung der Sportfelder wird als problematisch angesehen. Die Querwege und der Rundweg wirken recht starr. Positiv gewürdigt werden das öffentliche Angebot eines großen Vorplatzes im Süden und der Erhalt des dort vorhandenen Baumbestandes.

Die gezeigte Fassadenstruktur sieht eine großflächige Verglasung vor; diese wirkt jedoch etwas monoton und zu wenig differenziert.

Grundsätzlich ist eine Umsetzung der Brandschutzanforderungen möglich. Die offene Gestaltung des Erdgeschosses ist aber aus Brandschutzgründen so noch nicht genehmigungsfähig (geschossübergreifende Lufträume).

In seiner Gesamtheit wirkt die Arbeit gut organisiert und funktional, ist allerdings für diese besondere Aufgabe und Nutzung etwas spröde und wenig ausdrucksstark.

4. Preis

4. Preis: agps, Zürich

Architektur

agps, Zürich 
Sarah Graham, Marc Angélil, Manuel Scholl
Matěj Draslar, Lena Paul, Andreas Frößler, Maged El Sadek, Frederick Kim

Freiraumplanung

Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR 

Fachberatende

TRANSSOLAR Energietechnik, Stuttgart 
 
CL MAP GmbH, München 
 

Der Lösungsansatz eines sternförmigen Solitärs überzeugt die Jury als gelungener Beitrag zur Aufgabenstellung. Die unterschiedlichen Nutzungen bekommen in ihrer Zuordnung zu den strahlenförmigen Gebäudeteilen eine klare Orientierung und Identität und werden über die Mitte des Sterns als Zentrum und Ort der Begegnung miteinander gut vernetzt.

Städtebaulich nimmt die vorgeschlagene Großform bewusst keinen direkten Bezug auf den Kontext des angrenzenden Stadtteils auf. Dies führt allerdings auch dazu, dass durch die an der Straße angelagerten Logistik- und Versorgungsfunktionen und der geplante Wirtschaftshof zum angrenzenden Hotel eine Rückseite ausgebildet wird.

Die variablen Höhen und Breiten der einzelnen Gebäudeteile erfüllen die Anforderungen der unterschiedlichen Nutzungen und schaffen differenzierte Atmosphären und Charaktere in den Zwischenbereichen und Höfen. Im Obergeschoss verbinden sich die halböffentlichen Nutzungen aller Bereiche und ermöglichen einen offenen Grundriss und die Aussicht auf Spielfelder und Skyline der Stadt.

Die Gebäudeform bringt jedoch auch Einschränkungen für die Funktionalität. So liegt der Zentralbereich von den Spielfeldern abgewandt. In den spitz zulaufenden Innenecken liegen die Büroräume in einem direkten Gegenüber zur Parkgarage. Zudem scheint die Erschließung der Erweiterungsflächen nach Norden unbefriedigend.

Die bauliche Umsetzung und Erweiterung des vorgeschlagenen Gebäudes erscheinen unproblematisch, ebenso die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen, die im Grundriss weitgehend integrierbar sind.

Besonders lobend hervorgehoben wird auch die Einfassung der Sportflächen, gleich einer geöffneten Hand, durch die L-förmige Anordnung zweier Strahlen des sternförmigen Gebäudes. Die Nähe der zugeordneten Nutzungen durch ihre Lage im Erdgeschoss wird begrüßt.

Große Teile der Freiflächen im Süden und Westen werden leider nur als offene Stellplätze ausgebildet. Positiv wird die Öffnung der fingerartigen Grundform nach Norden zu einem freien Landschaftsraum mit lockeren Bauminseln gesehen. Die Zugangssituation sowie die spitzwinklig zulaufenden Höfe werden als wenig überzeugend bewertet. Der Standort der zukünftigen Fußballhalle greift stark in den Baumbestand ein, ohne jedoch einen überzeugenden Bezug zum Gesamtkontext zu entwickeln. Das steht im Widerspruch zu dem Vorteil der differenzierten Gebäudeform, die den Erhalt der geschützten Bäume ermöglichen würde.

Insgesamt ist die vorgeschlagene Lösung ein interessantes und innovatives Konzept für die Akademie und die Zentrale des DFB.

2. Phase – 2. Rundgang

2. Phase – 2. Rundgang: acme, London

Architektur

acme, London 
Friedrich Ludewig
Sarah Blahut, Johnny Bocquet-Boone, Jon Espinosa Molano, Liz Huyghe, Friedrich Ludewig, Deyan Nenov, Jan Saggau, Thomas Soo, Alicia Villagrá Ayuso

Freiraumplanung

Irene Djao-Rakitine, Stuttgart 

Fachberatende

Knippers Helbig Advanced Engineering, Stuttgart 
(Fachbereich: Tragwerk)
 
Transsolar Energietechnik, Stuttgart 
(Fachbereich: Energieberater & Tageslicht)
 
Müller BBM, Berlin 
(Fachbereich: Brandschutz)
 

Die Durchsichten durch das Gebäude unterhalb der und in der Scheibe werden als mögliche Qualität gesehen.

Als Solitär nimmt der Gebäudekörper zu wenig Rücksicht auf die Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung.

Der städtebauliche und architektonische Ausdruck erscheint für das Selbstverständnis des DFB an diesem Ort wenig passend.

Die Form des Kreises führt zu Zwängen, die Qualitäten mindern und in verschiedenen Bereichen nicht mit den funktionalen Anforderungen vereinbar ist.Die offene Anordnung kommunikativer Funktionsbereich in einem „DFB-Forum“ wird als zeitgemäß und interessant interpretiert, und als gutes Angebot der Begegnung erkannt. Sie ermöglicht aber zu wenig Zurückgezogenheit für einige Bereiche

Insbesondere die indirekte Zuordnung der Sportflächen wird kritisch gesehen. Sie stehen nicht im Mittelpunkt, das Abrücken der Fußballfelder führt zu langen.

Der Fortführung des Kreisthemas in den Außenanlagen ist aus der Logik des Entwurfs nachvollziehbar, wird jedoch als formal empfunden und kann funktional und räumlich nicht überzeugen.

2. Phase – 2. Rundgang: Benthem Crouwel GmbH, Aachen/Amsterdam

Architektur

Benthem Crouwel GmbH, Aachen/Amsterdam 
Markus Sporer
Veronika van der Graft, Laura Polaczek, Ana Mercade, Cornelius Wens, Florian Elshoff, Amir Farokhian

Freiraumplanung

Karres en Brands, Hilversum, Niederlande 

Fachberatende

Bollinger Grohmann 
(Fachbereich: Tragwerk)
 
Bähr Ingenieure 
(Fachbereich: Teschnische Gebäudeausrüstung)
 
Kempen Krause Ingenieurgesellschaft 
(Fachbereich: Brandschutz)
 
großgestalten kommunikationsdesign 
 
Borgmann Architekten 
(Fachbereich: Kostenschätzung)
 

Der Ansatz die Nutzungen in 5 Pavillons zu gliedern und mit einem „Spine“ zu verknüpfen ist grundsätzlich nachvollziehbar und wird gewürdigt.

Der bauliche Aufwand, seine Wirkung und Funktionalität werden jedoch kritisch eingeschätzt. Es wird in Teilen als überinszeniert empfunden.

Das übergeordnete Ziel, den DFB als Einheit darstellen, wird mit der Arbeit kaum erfüllt. So wird architektonische Ausdruck der Akademie hinterfragt.

Eingangssituation und die architektonisch sehr unterschiedliche Haltung der Zentralverwaltung können nicht überzeugen. Die Belichtung der Büros mit Orientierung in die Innenhöfe wird kritisch gesehen.

Trotz der interessanten Idee alle Bereiche mit dem Spine und einem Loop zu verbinden fehlt die geforderte Nähe aller Sporteinrichtungen. Die Fußballhalle liegt sehr isoliert.

Die Verflechtung zwischen Landschaft und Architektur kann Qualitäten bieten. Doch wird sie in wesentlichen Bereichen nicht zufriedenstellend gelöst. Insbesondere die weitläufigen begehbaren Freiflächen auf den Gebäudeteilen werden nur bei intensiver Nutzung als qualitätvoll erlebt.

2. Phase – 1. Rundgang

2. Phase – 1. Rundgang: ARGE Gerhard Feuerstein | Architekt, Lindau & Hammer Pfeiffer Architekten, Lindau

Architektur

ARGE Gerhard Feuerstein | Architekt, Lindau & Hammer Pfeiffer Architekten, Lindau 
Gerhard Feuerstein
Verena Schmid

Freiraumplanung

Prof. Jörg Stötzer Landschaftsarchitekt, Stuttgart 
3-day-way (Visualisierung); Relling & Partner (Tragwerk), Singen; Fensterbau Feuerstein (Fassade), Oberstaufen

Die kompakte Anordnung der Baukörper lässt weiträumige Freiflächen.

Die Anordnung verschiedener Nutzungsbereiche innerhalb je eines kammartigen

Flügels wird kritisch gesehen.

Die gewünschte direkte Zuordnung der Akademie mit den Sportfreiflächen wird nicht eingelöst.

Die sehr engen Hofbereiche der Kammstrukturen bieten nicht die erwarteten Qualitäten.

Das Hotel wird durch die städtebauliche Anordnung und Freianlagenorganisation nicht hinreichend separiert.

Die Arbeit wird in der gleichförmigen und sehr geschlossenen Struktur nicht als angemessener Ausdruck des DFB als Sportverband erkannt.

2. Phase – 1. Rundgang: Barkow Leibinger, Berlin

Architektur

Barkow Leibinger, Berlin 
Frank Barkow, Regine Leibinger
Sebastian Awick, Martina Bauer, Fabian Busse, Ki Kim, Andreas Moling, Elise Moreau, Nina Sattler, Richard Sharam, Vincenzo Salierno, Axel Theman, Blake Villwock, Maike Walz, Jenz Weßel, Linda Zhang

Freiraumplanung

Capatti Staubach Landschaftsarchitekten 

Fachberatende

B+G Ingenieure Bollinger u. Grohmann GmbH, Berlin 
 
Reese Ingenieure GmbH & Co KG, Hamburg 
 
hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin 
 
H + P Höhler + Partner, GbR, Aachen 
 

Die Arbeit zeigt ein eher abstrakt gehaltenes Konzept, das in mehreren Bereichen jedoch eine schlüssige Lösung in durchgängiger Qualität vermissen lässt.

Die Position im Süden führt zu großer Beeinträchtigung des Baumbestands, die Entfernung der Gebäudeteile zu den Sportfeldern ist relativ weit.

Die Situation des Vorplatzes wird nicht als überzeugendes Entree für den DFB wahrgenommen, das scharnierartige Aufeinandertreffen der beiden Riegel kann architektonisch noch nicht überzeugen.

Die Architektur lässt eine schlüssige Idee wie Akademie und Büronutzungen im Zusammenhang stehen können, vermissen.

2. Phase – 1. Rundgang: Glass Kramer Löbbert Architekten BDA Ges. v. Architekten mbH, Berlin

Architektur

Glass Kramer Löbbert Architekten BDA Ges. v. Architekten mbH, Berlin 
Glass Kramer Löbbert GvAmbH, Johannes Löbbert, Johan Kramer
Julia Heilmeier, Ekatarina Förster, Michal Plonczak, Kai Canver

Freiraumplanung

MAN MADE LAND Bohne Lunqvist Mellier GbR, Berlin 

Das Ensemble ruhiger Zylinder gibt ein in sich geschlossenes Bild.

Die Geschlossenheit des Ausdruckt als auch der inneren Organisation lassen die erwünschte einladende Geste und innere Offenheit und Durchlässigkeit vermissen.

Bezüge zwischen Gebäuden und den Sportfeldern sind nur bedingt erkennbar.

Die Grundrissausarbeitung der zylindrischen Baukörper führt zu funktionalen

Nachteilen und wird hinsichtlich der Qualitäten kritisch gesehen.

2. Phase – 1. Rundgang: IDOM / ACXT (IDOM Ingenieria y Consultoria SAU), Madrid

Architektur

IDOM / ACXT (IDOM Ingenieria y Consultoria SAU), Madrid 
Jesús Maria Susperregui Virto, Jesús Llamazares Castro, Manuela Casadao de Prada
Martin Itza Werner, Marike Sievers, Santiago Sánches Maggiora, Victor Ramos, Anett Fabian, Fernando Muños, Verena Behrens-Baumann, Antonio Villanueva Peñalver, Ramon Guetiérrez, David Garcia

Freiraumplanung

Häfner/Jiménez, Berlin 

Die beabsichtigte Durchlässigkeit mit einer „Stoa“ wird gewürdigt. Die vorgeschlagene architektonische Anmutung trifft jedoch nicht den Geist des DFB und der Nutzung eines Sportzentrums.

Die Nutzungen im Erdgeschoss [„Sockelgeschoss“] sind abgeschlossen, ein großer Teil der Räume im Inneren liegen „hinter“ einem „Vordach“ – dem Dach der Stoa, das keine eindeutigen Widmungen und Raumqualitäten bietet.

Der Abstand zwischen Gebäude und Sportfeldern ist zu groß, das Raumprogramm ist im Bereich der Zentralverwaltung nicht vollständig erfüllt.

Bauphysikalische und brandschutztechnische Probleme sind in wesentlichen Punkten nicht gelöst, die vorgeschlagenen Erweiterungsmöglichkeiten werden kritisch gesehen.

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