VUL | Quartiersentwicklung „An der Vulkanstraße“

Masterplan für eine Nachverdichtung und ergänzendes Bauen im Quartier Fennpfuhl in Berlin Lichtenberg

Für den Fokusraum „Vulkanstraße“ plant die Howoge den Neubau von etwa 800 Wohnungen auf einer Geschossfläche von mindestens 66.000 m2 in einem lebendigen, durchmischten Quartier mit attraktiven Grün- und Spielflächen. In den Geschosswohnungsbauten – mit 50 % geförderten Wohnungen und 50 % freifinanzierten Wohnungen – sollen kleine und quartiersnotwendige Gewerbeeinheiten den Nutzungsmix ergänzen. Neue Einzelhandelsstandorte mit insgesamt rund 2.500 m2 Verkaufsfläche dienen zusätzlich der integrierten Nahversorgung des Quartiers. Mit der Planung von mind. zwei Quartiersgaragen sollen zudem die zu überplanenden, ebenerdigen Stellplatzanlagen teilweise kompensiert und nachhaltige ergänzende Mobilitätsangebote in das neue Quartier integriert werden.

Ziel ist die qualitätsvolle Weiterentwicklung der Großwohnsiedlung „Am Fennpfuhl“ im Übergangsbereich des heutigen Siedlungsrandes zum Gewerbegebiet Herzbergstraße durch ergänzende Neubauten und Aktivierung der dort liegenden großflächigen Stellplatzanlagen sowie der Neuorganisation des ruhenden Verkehrs. Entstehen soll ein Stadtbaustein, der sich städtebaulich angemessen in die Umgebung einfügt, das vorhandene Quartier mit nachhaltigen, urbanen Qualitäten bereichert und ergänzt, eine stärkere Nutzungsmischung und effizientere Flächennutzung vorsieht und durch Entsiegelung, hochwertigen Freiraumangeboten und der Stärkung des Fuß- und Radverkehrs zur Aufwertung der untergenutzten Freiflächen beiträgt. Zudem soll dem anstehenden demografischen Wandel durch entsprechende Angebote begegnet und die Bewohnerschaft nachhaltig unterstützt werden.

In umfangreichen Vorarbeiten wurden die vorhandenen Flächenpotenziale im Quartier untersucht und die Ergebnisse in einen funktionalen Strukturplan überführt. Mit dem vorliegenden nichtoffenen, städtebaulichen Wettbewerb sollen nun – in der Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten des Ortes und innerhalb des städtebaulichen Kontextes – insbesondere die Neubaupotenziale auf den Flächen des Wettbewerbsgebietes qualifiziert und weiterentwickelt werden.

Es werden überzeugende Konzepte gesucht, die eine zukunftsweisende Wohnbebauung mit hohem Identifikationspotenzial in kosten-, flächen-, und ressourcensparender Bauweise bei gleichzeitig hoher städtebaulicher und funktionaler Qualität entwickeln.

Der Wettbewerb wird als Planungswettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnis als Grundlage des städtebaulichen Masterplans fortgeschrieben werden soll.


Ort

Vulkanstraße, Berlin

Auftraggeber:in

HOWOGE
Wohnungsbaugesellschaft mbH

Verfahren

Nichtoffener, einphasiger, städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb gem. RPW 2013

Projektzeitraum

3/2025 - 11/2025

Wettbewerbssumme

186.100 € zzgl. Umsatzsteuer

Ansprechpartner:in

Katrin Bade
bade@c4c-berlin.de

Termine

  • Veröffentlichung des Teilnahmewettbewerbs
    07.03.2025
  • Bewerbungsfrist
    07.04.2025
  • Ausgabe der Wettbewerbsauslobung
    04.06.2025
  • Teilnehmendenkolloquium und ggf. Ortsbesichtigung
    20.06.2025
  • Abgabe der Arbeiten
    15.08.2025
  • Abgabe der Modelle
    22.08.2025
  • Preigerichtssitzung
    01.10.2025

Teilnehmende

  • asp Architekten GmbH, Stuttgart mit HoLa Landschaftsarchitektur, Berlin  
  • ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln mit arbos landscape GmbH, Hamburg  
  • DFZ Architekten GmbH, Hamburg mit G2 Landschaft PartG mbB, Hamburg  
  • Dietrich Untertrifaller Architekten GmbH, München mit Storch Landschaftsarchitektur, Dresden  
  • DMSW Architekten Dahlhaus Müller Wehage Part mbB, Berlin mit ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin  
  • FAR frohn&rojas Planungsgesellschaft mbH, Berlin mit L’AUC architects et urbanistes, Paris und STUDIO MATHIEU LUCAS, Paris  
  • kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln mit SCHAAR Landschaftsarchitekten München GmbH, München  
  • KNERER und LANG Architekten GmbH, München/Dresden mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden/Berlin  
  • Kunzt + Herbert GmbH, Hamburg mit rabe Landschaften, Hamburg  
  • PPAG architects ztgmbh, Wien mit Project GmbH, Esslingen  
  • Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus GmbH, Berlin mit TREIBHAUS Landschaftsarchitektur, Hamburg  

Preisgericht

Fachpreisrichter*innen

Nina Dvorak, Landschaftsarchitektin, Berlin
Prof. Andreas Quednau, Architekt, Berlin
Prof. Dr. Verena Brehm, Architektin, Hannover
Prof. James Miller Stevens, Stadtplaner, Berlin

Sachpreisrichter*innen

Stefan Haase, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Projektleiter Neubau
Tobias Enders, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Leiter Development (DE)

Ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter*innen

Elise Pischetsrieder, Architektin, Berlin
Katja Erke, Landschaftsarchitektin, Berlin
Prof. Melanie Humann, Architektin, Berlin

Stellvertretende Sachpreisrichter*innen

Dr. Rainer Johann, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Projektleiter Development
Marion Göhlert, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Projektleiterin Development

Projekt-Ergebnisse

1. Preis

1. Preis: kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln mit SCHAAR Landschaftsarchitekten München GmbH, München

Architektur

kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln 
Eric Mertens, Prof. Johannes Kister
David Czepek, Bea Engelmann, Ted Fishka, Dmytro Kotovskyi

Freiraumplanung

SCHAAR Landschaftsarchitekten München GmbH, München 
Daniel Schaar
Christopher Hoetter, Annika Enzinger, Julia Roemer, Nina Bayer

Städtebau

Der Entwurf arbeitet mit den städtebaulichen Bausteinen Zeile und Punkt, wobei die Punktbauten in ihrer Dimensionierung variieren. Entlang der Vulkanstraße wird eine Sequenz von Freiflächen, Plätzen (Adressplätzen), Zeilen- und Punktbauten vorgesehen, die eine angemessene Gliederung des Raums sowohl straßenseitig als auch zu den Bestandsbauten hin bewirkt. Diese Rhythmisierung wird vom Preisgericht positiv beurteilt. Auch die Körnung der Neubauten wird für angemessen im Kontext der Bestandswohnbauten gehalten. Der im Inneren entstehende Freiraum fließt weitgehend, wird jedoch durch die Neubauten gegliedert und gefasst – z.B. am mittigen „Quartierstreff“ (Quartiersplatz). Hier wird eine großzügige Freiraumgestaltung vorgeschlagen, die jedoch in der weiteren Bearbeitung das Erschließungserfordernis der Bestandsbauten wird berücksichtigen müssen. Bei den „Adressplätzen“ könnte die Positionierung der raumbildenden Neubauten insbesondere bei der dreiseitigen Fassung verbessert werden. Auch wenn die Erschließung der Zeilenbauten von der Vulkanstraße aus für richtig betrachtet wird, ist die Bespielung der Adressplätze als Vorplatz der anderen Bauten wichtig.

In seiner Höhenentwicklung bleibt der Entwurf weitgehend unterhalb der Bestandsbauten. Ausnahme stellen die zwei Hochpunkte dar, deren Platzierung an der Herzbergstraße bzw. am südlichen Schwenk der Vulkanstraße nachvollziehbar erscheint. Die Höhe an der Herzbergstraße / Ecke Vulkanstraße ist folgerichtig an der Stelle. Bei den Punktbauten (Mehrspänner) werden Feuerwehraufstellflächen geplant werden müssen. Sie brauchen ein Sicherheitstreppenhaus light oder eine Anpassung der Gebäudekörper mit geringeren Tiefen. Bei den Zeilenbauten sichern die durchgesteckten Erschließungskerne den Zugang zum Wohnhof. Bei den Quartiersgaragen im südlichen Abschnitt sowie an der Landsberger Allee wird ein schmaler Baukörper gewählt, der lediglich mit Mittelfahrgasse funktioniert. Die vorgeschlagenen Gebäudetypen stellen eine wirtschaftliche Lösung dar. Der Entwurf weist die höchste Gesamt-GFZ auf. Im Vergleich zu den anderen Arbeiten bezüglich der GRZ und Flächenversiegelung liegt diese Arbeit in etwa im Mittelfeld. Die Holzmodulbauweise bei den Quartiersgaragen bildet ein gutes Angebot auch bei einer abschnittsweisen Entwicklung des Wettbewerbsgebiets. Bei den angedachten Höhen von i.d.R. VI bis VIII Geschosse lassen sich solche Modulbauten gut realisieren. Die mögliche Umwandlung der Quartiersgaragen in Wohngebäude wird positiv beurteilt. Die offensichtlich dargestellte serielle Bauweise wird positiv beurteilt. Die Nachverdichtung im südlichen Wohnblock der Bestandsbebauung wird kritisch gesehen.

Freiraum und Erschließung

Der Freiraum ist gut kohärent ablesbar und durchzieht den gesamten Planungsparameter in einer klar ablesbaren Gestaltung. Entlang der Vulkanstraße wird eine Abfolge von freiräumlichen Setzungen entwickelt, die die Länge der Straße gut gliedern und Orientierung bieten. Die sogenannten Adressplätze bieten einen adäquaten Auftakt im Norden und Süden und bieten in ihrer Wiederholung entlang der Vulkanstraße einen Wiedererkennungswert. Die Ausrichtung der gewerblichen Nutzungen zu diesen Plätzen erscheint sinnvoll und kann die Plätze gut beleben. Weitere Freiraumfunktionen zur Programmierung der Plätze könnten hier ergänzend vorgesehen werden. Ebenso sind die Sportnutzungen sowie große Retentionsräume entlang der Vulkanstraße sinnvoll gesetzt.

Der Grünraum zwischen Bestandsgebäuden und Neubauten ist in dem Sinne hervorzuheben, dass er große freie Grünflächen mit diversen Spiel- und Aufenthaltsangeboten im Grünen anbietet. Diese zusammenhängenden Grünflächen bieten großes Potential zwischen Bestand und Neubau zu vermitteln und allen Bewohner:innen Erholungs- und Aktivitätsräume anzubieten und als Treffpunkt zu fungieren. Der große Quartiersplatz wird sinnvollerweise zentral verortet und fungiert als Gelenk zwischen Bestandssiedlung und Quartiersergänzung. Hierfür wird die Elli-Voigt-Straße in ihrem Verlauf verändert. Flächen für die Versickerung und Verdunstung, Erhalt von Bestandsbäumen, Spielplätze und Urban Gardening Flächen werden gut in den Freiraum integriert und bieten eine abwechslungsreiche Abfolge von Freiraumsequenzen. Die stark mäandrierende Erschließung wird kritisch gesehen, da sie teilweise für Ver- und Entsorgung sowie Feuerwehrrettung zu schmal und zu konzeptuell scheint.

Empfehlungen für die Überarbeitung

o Überarbeitung des Freiraumkonzeptes, um die verkehrliche Erschließung der Bestandsbauten zu gewährleisten und Aspekten wie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit stärker Rechnung zu tragen.

o Erschließung zwischen Bestand und Neubau ist zu überprüfen (Ver- und Entsorgung, Anlieferung, Feuerwehr) und ggf. an die Bestandserschließung anzupassen, ebenso der zum Grünzug umgeplante Straßenraum der Bernhard-Bästlein-Straße.

o Prüfung der Anordnung von notwendigen Feuerwehraufstellflächen bei den Punktbauten (Mehrspänner).

o Anzahl der Adressplätze ist ggf. zu reduzieren; funktionale Differenzierung der sieben „Adressplätze“ in Abhängigkeit von der jeweiligen Lage und der direkt angrenzenden Nutzungen (Einzelhandel, soziale Nutzungen, Wohnen usw.).

o Die weitreichende Überplanung vom öffentlichen Straßenland wird in der Umsetzung als sehr problematisch beurteilt; alternative Lösungen sind zu prüfen.

o Stufenweise Entwicklungsfähigkeit der Neubaukörper wie auch der Freiraumgestaltung ist zu prüfen und ggf. zu verbessern; auch die mögliche Genehmigung einzelner Abschnitte nach § 34 BauGB – in diesem Zusammenhang Verringerung der Überlagerung von Abstandsflächen wünschenswert.

o Prüfung der beiden Quartiersgaragen mit Mittelfahrgasse auf Funktionalität und Wirtschaftlichkeit.

o Prüfung der Anwendung/Integration des von der HOWOGE entwickelten Typen-Hochhauses.

2. Preis

2. Preis: Winking Froh Architekten, Berlin mit studio polymorph Landschaftsarchitekten Bernard & Wazczuk PartGmbB, Berlin

Architektur

Winking Froh Architekten 
Martin Froh
Pavel Chernyak

Freiraumplanung

studio polymorph 
Stefan Bernard
Fabian Lux

Städtebau

Die Arbeit überzeugt auf grundsätzlicher Ebene durch ihre kompakte Setzung entlang der Vulkanstraße. Durch den geringen Fußabdruck der Baukörper bleibt der Grün- und Freiraum in weiten Teilen zusammenhängend erhalten und kann so öffentliche und ökologische Funktionen aufnehmen. Es ergibt sich eine klare Adressbildung. Positiv hervorzuheben ist dabei auch der respektvolle Abstand zu den Bestandswohnbauten. Im Umgang mit dem südlichen Bestand erscheint die 2-geschossige Aufstockung der Bestandsgebäude als interessanter alternativer Lösungsansatz, um eine Nachverdichtung im Hofbereich zu vermeiden. Die Schließung des nördlichen Hofes erscheint sinnfällig. Die Rhythmisierung der Baukörper entlang der Vulkanstraße wird kontrovers diskutiert. Während im mittleren Bereich Hochpunkte und Zeilenbauten positiv und konsistent alternieren, scheint die städtebauliche Setzung südlich der Herzbergstraße abzubrechen. Hier wäre eine straßenbegleitende Bebauung zu prüfen. Die Hochpunkte könnten in ihrer Höhe je nach Standort noch geschärft werden. Das Scheibenhochhaus im Süden hat sich der Jury nicht ganz erschlossen. Die Hochpunkte, in Anlehnung an die Holzbau-Typenhochhäuser, ermöglichen eine hohe Dichte und können in serieller Holzbauweise errichtet werden. Das Angebot an Wohnungstypen ist vielfältig und die Gebäudetypen sind wiederkehrend. Kontrovers diskutiert wird die Gebäudetiefe der Zeilen und deren Mittelflurerschließung. Dadurch ergäben sich Wohnungen, die nur zur Vulkanstraße ausgerichtet sind. Positiv gesehen werden hingegen die zweigeschossigen EG-Wohnungen mit Atelier- oder Gewerbenutzung.

Freiraum und Erschließung

Der Entwurf weist den größten Anteil an Freianlagen auf und setzt konsequent auf Entsiegelung und Bestandserhalt. Viele Bestandsbäume können erhalten werden. Die „Kiezpromenade“ in Nord-Süd-Richtung dient als interne Erschließung, kann jedoch keine deutliche Aufwertung gegenüber der Bestandssituation abbilden. Die Vulkanstraße ist als Straßenraum mit beidseitigem Fuß- und Radweg als Baumallee geplant. Die Eingangsbereiche zum Quartier und die Mündungen der Zufahrtstraßen bleiben dabei undeutlich, der Raum in seiner Wirkung gleichförmig. Insgesamt werden verschiedene qualitätvolle Freiraumtypologien angedeutet, diese sollten jedoch konsequenter ausgearbeitet werden. Teilweise sind die Nutzungen nicht nachvollziehbar gesetzt, zum Beispiel die Sportflächen oder Stellplatzflächen an wichtigen Kreuzungspunkten. Positiv bewertet werden die Anknüpfungspunkte an die potenziellen Grünzüge entlang des Zwischenpumpwerkes und die Fuge im Süden, auch wenn diese aktuell nicht öffentlich erschlossen sind. Die großen Höfe in den zurückliegenden Bereichen sind vielversprechend und können als Außenanlagen für Neubau und Bestand entwickelt werden. Auch die privaten Gärten im hinteren Bereich sind als besonderes Angebot in den Erdgeschosswohnungen gut eingegliedert.

Die Freihaltung der südlichen Fläche an der Vulkanstraße erfordert eine qualitätvolle Entwicklung des Freiraumes, die noch aufgearbeitet werden sollte. Das Regenwassermanagement schlägt Rigolen zur Rückhaltung vor. Der geringe Versiegelungsgrad ist hier positiv wirksam. Quartiersgaragen sind im Norden an der Landsberger Allee und an der Herzbergstraße richtig positioniert, weitere dezentrale Stellflächen im Quartier sind Gewerbeflächen zugeordnet. Die Anordnung der Fahrradstellplätze in Blocks oder überdachten Fahrradanlagen sowie die unterirdischen Müllstandorte werden kritisch beurteilt.

Fazit

Der Entwurf überzeugt maßgeblich durch seine kluge städtebauliche Setzung, die den Großteil der Baumasse entlang der Vulkanstraße in hoch verdichteten, kompakten Baukörpern platziert und dadurch zwischen Bestandsbebauung und Neubau große zusammenhängende Grün- und Freiflächen ermöglicht. Insgesamt harmoniert der Entwurf in seiner Körnung, seinem Duktus und seiner Eigenständigkeit mit den Strukturen des Bestandes. Es entstehen vielfältige Freiräume mit großem Potential. Die Aufenthaltsqualität, Differenzierung und Orientierung sollte noch weiter im Masterplan differenziert werden.

Empfehlungen für die Überarbeitung

o Einseitig orientierte Wohnungen zur Vulkanstraße sind zu vermeiden.

o Der Bestandshof des Neubaus Elli-Voigt-Straße 24 ist in die Freiraumplanung zu integrieren.

o Müllstandorte und Fahrradabstellplätze sind teilweise in die Gebäude zu integrieren.

o Pkw-Stellplätze in den Freianlagen sind besser in diese zu integrieren.

o Eckplätze/Kreuzungsbereiche sind als Plätze mit Aufenthaltsqualität zu gestalten.

o Die Scheibenbebauung an der Paul-Zobel-Straße ist nicht nachvollziehbar und kritisch zu überprüfen.

o Die Grundrisstypen in den Zeilenbauten sind für andere Lösungsvarianten unter Berücksichtigung der Lärmschutzanforderungen zu überprüfen.

o Die Hochpunkte sollten hinsichtlich wirtschaftlicher Aspekte in Errichtung und Betrieb auf die HOWOGE-Anforderungen des Typenhochhauses angepasst werden.

3. Preis

3. Preis: Dietrich Untertrifaller Architekten GmbH, München mit Storch Landschaftsarchitektur, Dresden

Architektur

Dietrich Untertrifaller Architekten GmbH, München 
Patrick Stremler
Manfred Karl Botz, Carolin Meyer, Chiara Stephan, Maximilian Bauer, Carlos Antonio Meza Colin, Michael Sohm

Freiraumplanung

Storch Landschaftsarchitektur, Dresden 
Robert Storch
Roya Haghparast Kexhani, Charlotte Anna Höhnel

Städtebau

Der Entwurf entwickelt entlang der Vulkanstraße eine Dreiteiligkeit mit gelungener Höhenstaffelung. Als unterschiedliche Gebäudetypologien in einer Kombination aus Zeilen, Punkthäusern und Blockrand mit Hochhaus werden die unterschiedlichen Baufeldtiefen geschickt besetzt. Der Auftakt an der Vulkanstraße / Ecke Landsberger Allee wird durch ein 4-geschossiges Neubauvolumen gut akzentuiert. Der Blockrand mit einer 3-8-geschossigen Bauweise sowie einem räumlich durchlässig gestalteten Erdgeschoss wird von der Jury lobend gewürdigt. Die Nutzungen sind gut gewählt und umfassen Gewerbeeinheiten, Mehrzweckräume sowie u.a. Fahrradräume. Der öffentlich gewidmete Innenhof des Blockrands wird zum Charakteristikum des Entwurfs. Südlich vom Blockrand befindet sich ein hybrider Stadtbaustein zusammengesetzt aus Quartiersgarage, Nahversorger und Wohnen. Die räumliche Nähe dieses mittleren Baufelds und des sogenannten „Grünen Korridors“ zwischen der Quartiersgarage und den Bestandsgebäuden wird kritisch gesehen und ist hinsichtlich der Belichtungsqualität im Bestand zu prüfen. Die Erschließung der Bestandsgebäude wird reduziert und neu als Shared-Space angedeutet. Ob eine ausreichende Nutzbarkeit gegeben ist, ist nachzuweisen.

Der Baukörper, welcher sich südlich der Herzbergstraße anschließt, entwickelt eine gelungene Stadtsilhouette und fügt sich harmonisch gegenüber dem Bestand ein. Die Innenhofbebauung als Nachverdichtung in Form von Punktgebäuden im nördlichen Kreativhof und südlichen Wohnhof werden im Zusammenhang mit der Nachbarschaft in ihrer räumlichen Maßstäblichkeit kritisch bewertet. Die Wohnungstypologien insbesondere im Blockrand sind mehrheitlich mit mäandrierenden Laubengängen vorgesehen. Die Flächeneffizienz im Zusammenhang mit der Anzahl an Treppenhäusern und Aufzügen sowie Lärm- und Belichtungsqualität sind zu prüfen. Der Anteil an Laubengängen ist eher hoch und von der Bewirtschaftung kritisch beurteilt. Inwieweit eine modulare Bauweise umsetzbar ist, hängt von der weiteren Ausarbeitung ab. Die architektonische Gestaltung ist zu einer späteren Phase zu entwickeln.

Freiraum und Erschließung

Die Gebäudeensemble werden durch dazwischen liegende Quartiersplätze und kleine Treffpunkte verbunden, die die städtebauliche Setzung in den Freiraum weiterführen. Es entsteht eine Promenade zwischen Bestand und Neubauten, die sich parallel zur Vulkanstraße durch das Quartier zieht. Öffentliche fließende Freiräume führen auch in das Innere des Blockrands. Die Höfe selbst erhalten jeweils identitätsstiftende Nutzungen als Themenhöfe. Dieses Konzept wird von der Jury grundsätzlich gelobt. Welche Qualitäten der Innenhof für die Öffentlichkeit und die Anwohnenden des Blockes tatsächlichen entwickeln kann, wird kontrovers diskutiert. Das Projekt weist zwei Quartiersgaragen aus, welche in Lage und Größe gelungen verortet sind. Die 5-geschossige Garage an der Landsberger Allee wird stadträumlich positiv bewertet, die Vereinbarkeit mit dem gegenüberliegenden Denkmalschutz ist abzustimmen. Die GRZ des Projekts ist im Vergleich eher hoch. Der prozentuale Anteil verbleibender nicht versiegelter Außenanlagen ist daher eher gering.

Empfehlungen für die Überarbeitung

o   Eine Verdichtung der bestehenden Innenhöfe ist zu überprüfen.

o   Der Grad der Versiegelung ist zugunsten des Freiraumes zu reduzieren.

o   Die Freiraumnutzungen sind in ihrem öffentlichen und privaten Charakter auszudifferenzieren.

o   Die angestrebte Qualität des zentralen Innenhofes ist mit der gewählten Gebäudetypologie abzugleichen, wobei Fragen der introvertierten Offenheit in den Blick zu nehmen sind.

o   Die innere Erschließung der Wohnbebauung ist gemäß den unterschiedlichen  Anforderungen auszuarbeiten.

o   Eine Nutzung der Dachflächen ist hinsichtlich der Realisierbarkeit und Nutzbarkeit zu prüfen.

2. Rundgang

2. Rundgang: asp Architekten GmbH, Stuttgart mit HoLa Landschaftsarchitektur, Berlin

Architektur

asp Architekten GmbH 
Cem Arat
David Meurer, Hans Aescht, Prottoy Shams, Tereza Spindlerova

Freiraumplanung

HoLa Landschaftsarchitektur 
Gerd Holzwarth
Mohammed Essam, Silvia Garau

Die Arbeit überzeugt durch eine nachvollziehbare und in sich stimmige Grundidee, bei der sich die Silhouette mit einer klaren Höhenentwicklung entlang der Vulkanstraße orientiert. Die Positionierung ist grundsätzlich nachvollziehbar, die inszenierte Steigerung hin zum Hochpunkt wird jedoch als überzogen empfunden. Die Raumkanten leiten sich schlüssig aus dem Bestand ab, wodurch eine gute Einbindung in die vorhandene Struktur erreicht wird. Die bestehende Erschließung bleibt im Wesentlichen erhalten, ergänzt durch die Ausbildung verkehrsberuhigter Spielstraßen. Der Entwurf ist in Teilen entwickelbar und die vorgeschlagene Grundsatzkubatur lässt in seinen Tiefen eine Umsetzung verschiedener Wohnungstypologien zu. Funktionale Freiraumbausteine sind erkennbar, erreichen jedoch nicht immer die angestrebten Platzqualitäten. Die geplante Verdichtung im Bestand erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Bestandsmieter:innen. Lärmschutzaspekte wurden grundsätzlich berücksichtigt, bieten jedoch noch Potenzial zur Weiterentwicklung.

Kritisch gesehen werden vor allem städtebauliche Schwächen im südlichen Bereich sowie die Abtreppung der Höhenentwicklung, deren Begründung unklar bleibt. Zudem überschreitet der Entwurf die geplante Verbreiterung der Vulkanstraße an mehreren Stellen, was insbesondere vor dem Hintergrund technischer Anforderungen als Mangel gewertet wird. Problematisch scheinen darüber hinaus Abstandflächenüberschreitungen und Leitungskonflikte im südlichen Bereich.

2. Rundgang: ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln mit arbos landscape GmbH, Hamburg

Architektur

ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH 
Peter Berner
Falk Jähnig

Freiraumplanung

arbos landscape 
Peter Köster, Torben Ziesing
Jan-Peter Köster, Joana Hartmann
Sebastian Hermann
Merlin Strauß, Falk Jähnig, Hendrik Brasch

Die Arbeit wird für ihre gelungene Sequenzierung aus Hochpunkten und dazwischen liegender Zeilenbebauung positiv bewertet. Die Höhenentwicklung entlang der Vulkanstraße wirkt stimmig und folgt einem nachvollziehbaren städtebaulichen Rhythmus. Die Setzung der Hochpunkte wird als überzeugend eingeschätzt. Kritisch betrachtet werden die hohe städtebauliche Dichte, der hohe Versiegelungsanteil sowie die umfangreichen unterirdischen Flächen bei gleichzeitig geringem Anteil an Freiräumen. Insbesondere die Innenhofbebauung wirft Fragen hinsichtlich Sichtbeziehungen, Belichtung und der Vereinbarkeit mit gesunden Wohnverhältnissen für Bestand und Neubau auf. Die Nachbarschaftsbänder mit Plätzen erscheinen teils unklar in ihrer Funktion.

Positiv ist die Integration von Nachbarschaftsgärten auf den Dächern der Quartiersgaragen sowie die Verkehrsberuhigung der Elli-Voigt-Straße, die neue Platzqualitäten schafft. Insgesamt wird der Entwurf zwar in seiner Grundidee anerkannt, jedoch als durch zu viele erforderliche Anpassungen geschwächt eingeschätzt. Diese stellen die ursprüngliche Leitidee in Frage und mindern die konzeptionelle Klarheit.

2. Rundgang: DFZ Architekten GmbH, Hamburg mit G2 Landschaft PartG mbB, Hamburg

Architektur

DFZ Architekten 
Stephen Kausch
Gerardo Villar-Watty, Yundi He, Konstantin Knospe, Lasse Siebke, Lina Büch

Freiraumplanung

G2 Landschaft PartG mbB 
Gert Lübs
Lars Schwitlick, Berit Stelzer, Wei Zheng
Nicolas Britsch

Die Arbeit zeigt mit der Setzung und Drehung der „Hochpunkte“ interessante räumliche Ansätze. Ob diese jedoch starke städtebauliche Akzente ausbilden können, die in das Quartier hineinlenken, wird infrage gestellt, da sie stark vom Bestand abgeleitet sind und wenig Eigenständigkeit entwickeln. Städtebaulich elegant wird der zentrale Block bestehend aus zwei Zeilen und angehobenen Hof bewertet. Die städtebauliche Dichte der minimalistischen Arbeit wird durch die Bebauung bestehender Innenhöfe erreicht, welche hinsichtlich Sichtbeziehungen, Belichtung und der Vereinbarkeit mit gesunden Wohnverhältnissen für Bestand und Neubau Fragen aufwirft. Gebäudetiefen von bis zu 18 Metern und doppelte Laubengangererschließungen werden kritisch diskutiert. Insgesamt wirkt der Entwurf untergeordnet und lässt ein klares städtebauliches Gesamtkonzept mit Ausdruckskraft vermissen. Statt einer klaren räumlichen Fassung entlang der Vulkanstraße entsteht ein kleinteiliger Übergang vom Gewerbegebiet zur Großwohnsiedlung, was als Vermittlungsansatz gewürdigt wird, aber das Preisgericht nicht überzeugt.

2. Rundgang: DMSW Architekten Dahlhaus Müller Wehage Part mbB, Berlin mit ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin

Architektur

DMSW Architekten Dahlhaus Müller Wehage Part mbB, Berlin 
Julia Dahlhaus, Phillip Wehage, Michael Müller
Matthis Winkels, Jana Possehn, Lena Mosel

Freiraumplanung

ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin 
Stefan Jäckel

Fachberatende

Buro Happold 
(Fachbereich: Nachhaltigkeit, Mobilität, Energie)
Johannes Hanisch, Niklas Hofmann, Philip Kassing 

Die Arbeit zeichnet sich durch den interessanten Ansatz aus, drei Baufelder mit unterschiedlichen Typologien als ausdruckstarke Stadtbausteine zu entwickeln und dadurch verschiedene Freiraumangebote zu schaffen. Positiv hervorzuheben sind der gut platzierte Hochpunkt an der Elli-Voigt-Straße sowie die variierende Geschossigkeit im Süden, die mit ihrem schlanken Riegel einen eigenständigen Ansatz aufzeigt. Die zentralen perforierten Wohnblöcke lassen vielfältige Wohnungsgrundrisse und -konfigurationen erwarten, werden jedoch als zu dicht besetzt bewertet. Als urbaner Block bedingen sie eine Einengung sowohl für die Bestands- als auch für die Neubebauung, so dass die Großzügigkeit des Quartiers verloren geht. Die zentrale und kompakte Anordnung von gewerblichen Einheiten wird hinsichtlich langfristiger Synergieeffekte gewürdigt. Die Erschließungssystematik erscheint nachvollziehbar, wobei die kurzen Wege zu den vier Quartiersgaragen positiv bewertet werden.

Insgesamt schafft es die heterogene Bebauungsstruktur nicht, mit den umliegenden, homogenen Bebauungsstrukturen zu harmonieren. Das Quartier wird vielmehr von Enge und für das Quartier untypische Straßenräume gezeichnet.

2. Rundgang: FAR frohn&rojas Planungsgesellschaft mbH, Berlin mit L’AUC architects et urbanistes, Paris und STUDIO MATHIEU LUCAS, Paris

Architektur

FAR frohn&rojas Planungsgesellschaft mbH, Berlin mit L’AUC architects et urbanistes, Paris 
Marc Frohn
Mario Rojas Toledo, Max Koch, Johannes Pfeifle, Levi Köhler, Jan Schwartz

Freiraumplanung

STUDIO MATHIEU LUCAS, Paris 
Mathieu Lucas
Simon Obriot, Jacques Le Brun, Margot Corby

Stadtplanung

FAR frohn&rojas Planungsgesellschaft mbH, Berlin mit L’AUC architects et urbanistes, Paris 
Alessandro Gess
Arthur Della Schiava, Rémi Journault, Sixtine Lechat

Fachberatende

Pabst & Partner Ingenieure, Bonn 
(Fachbereich: Brandschutzplanung)
 

Der Entwurf verfolgt den städtebaulichen Ansatz eines Wechsels aus 20-geschossigen Hochhäusern und 3- bis 5-geschossigen Terrassenhäusern, der vom Preisgericht gewürdigt wird. Die Hochpunkte können eine interessante Fernwirkung u.a. zum Gewerbegebiet Herzbergstraße ausbilden, werden in ihrer Setzung und Ausgestaltung jedoch als unangemessen für das Quartier empfunden, stellen im Norden keine adäquate Antwort auf das gegenüberliegende Denkmalschutzensemble dar und weisen merklich vom Typenhochhaus ab. Durch die Kombination von gewerblichen Nutzungen (u.a. als Quartiersgarage) in den unteren Geschossen und der Wohnnutzung im Reihenhaustypus mit gemeinschaftlichen Dachgärten in den Obergeschossen wird die Wohnqualität sowie eine langfristige Umnutzbarkeit der Quartiersgaragengeschosse der Terrassenhäuser in Frage gestellt. Die Vulkanstraße erhält eine neue räumliche Fassung, welche aufgrund der bis zu 4-geschossigen Parkhausnutzung aus Fußgänger:innenperspektive als problematisch bewertet wird. Dem Entwurf gelingt es nicht, die durch die Hochhäuser gewonnenen Freiräume im Sinne eines ökologischen und bezahlbaren Wohnungsbaus auszunutzen.

2. Rundgang: KNERER und LANG Architekten GmbH, München/Dresden mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden/Berlin

Architektur

KNERER und LANG Architekten GmbH 
Thomas Knerer
Eric Wurch

Freiraumplanung

Rehwaldt Landschaftsarchitekten 
Till Rehwaldt
Martin Mengs, Henriette Niehues, Annemarie Henßler, Josefina Jirovcova

Die Arbeit orientiert sich zur Vulkanstraße, führt bestehende städtebauliche Prinzipien weiter, ohne jedoch eine eigenständige städtebauliche Haltung zu formulieren. Das wird vom Preisgericht kritisch gesehen, da das Quartier nicht nur ergänzt, sondern als neuer Stadtbaustein mit eigenem Charakter gedacht werden soll. Auf der Rückseite wird an die bestehende Erschließung angeknüpft, wodurch eine gute Integration ermöglicht wird. Großzügige, zusammenhängende Grünflächen kommen grundsätzlich sowohl dem Bestand als auch dem Neubau zugute. Die nahezu kopierende Fortschreibung des Bestands führt allerdings im südlichen Bereich zu räumlicher Enge, ohne erkennbare Verbesserung oder Neuinterpretation. Die Quartiersplätze sind gut positioniert an den Haupterschließungen und Querverbindungen. Überzeugende Platzsituationen mit qualitätsvoller Ausgestaltung der Freiräume fehlen jedoch. Eine Umsetzung der Pfuhle wird als unrealistisch erachtet. Insgesamt wird die Arbeit als zu zurückhaltend bewertet, um den ambitionierten Anforderungen des Projekts gerecht zu werden.

2. Rundgang: Kunzt + Herbert GmbH, Hamburg mit rabe Landschaften, Hamburg

Architektur

Kunzt + Herbert GmbH 
Bettina Kunst
André Kraeplin, Fynn Kleen, Annika Wendt, Sophia Heller

Freiraumplanung

rabe Landschaften 
Sabine Rabe
Evita Papazisi, Steffen Hehn

Die Kombination verschiedener Gebäudetypologien, insbesondere die kleinteilige Bebauung im Süden und die aufgelösten Blockstrukturen um den zentralen Platz, schafft ein differenziertes Stadtbild und nimmt die Vernetzung in die Umgebung auf. Die planerische Einbindung des WGLi- Grundstücks ist grundsätzlich kritisch, wird aber Sinne der Gesamtkonzeption positiv gewürdigt. Die straßenseitige Struktur zur Vulkanstraße ist stark aufgelöst, wodurch eine klare Raumkante fehlt. Insgesamt zeigt der Entwurf eine starke Eigenständigkeit, indem er als bewussten Kontrast zu den großmaßstäblichen Siedlungsbauten in der Nachbarschaft kleinteilige, fast schon kleinstädtische, Bebauungsstrukturen gegenüberstellt. Den gewählten Typologien gelingt es jedoch nicht, einen überzeugenden Übergang zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und Nutzungen vom Gewerbegebiet der Herzbergstraße zur Bestandsbebauung im Kontext der Weiterentwicklung der Großwohnsiedlung herzustellen.

2. Rundgang: PPAG architects ztgmbh, Wien mit Project GmbH, Esslingen

Architektur

PPAG architects ztgmbh und Project GmbH 
Georg Poduschka, Anna Popelka, Nicolas Pollich
Tomasz Roblek, Nikita Kormysh, Nadja Muck, Petra De Colle, Ulrich Neumann

Freiraumplanung

PPAG architects ztgmbh und Project GmbH 
Georg Poduschka, Anna Popelka, Nicolas Pollich
Tomasz Roblek, Nikita Kormysh, Nadja Muck, Petra De Colle, Ulrich Neumann

Der Entwurf mit seinen clusterartigen, auf Stützen stehenden Baukörpern verfolgt einen experimentellen und mutigen Ansatz, der insbesondere durch eine hohe Durchlässigkeit und Durchgängigkeit im Quartier auffällt, und vom Preisgericht ausdrücklich gewürdigt wird. Die Eigenständigkeit des Konzepts ist bemerkenswert und hebt sich deutlich von der Bestandsbebauung ab, auch wenn eine direkte kommunikative Anbindung an den Bestand weitgehend ausbleibt. Die Qualität der Freiräume im Erdgeschoss ist jedoch nicht überzeugend und der Freiraum insgesamt wirkt undifferenziert. Zudem erscheint ein hoher Baumerhalt in der vorgeschlagenen Dichte unrealistisch. Die Integration einer achtgeschossigen Quartiersgarage im Norden wird kritisch gesehen – sowohl hinsichtlich ihrer Lage als auch ihrer städtebaulichen Wirkung. Positiv hervorzuheben ist, dass etwa 50 % der bestehenden Stellplätze erhalten bleiben sollen. In Bezug auf die Realisierbarkeit bestehen jedoch erhebliche Zweifel, insbesondere aufgrund der mangelnden Teilbarkeit in kleinere Baufelder sowie der strukturellen Starrheit durch die Clusterbildung.

2. Rundgang: Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus GmbH, Berlin mit TREIBHAUS Landschaftsarchitektur, Hamburg

Architektur

Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus GmbH 
Verena Schmidt, Urs Kumberger
Christopher Ehlers, Silja Glomb, Lea Hasenkamp, Theodor Dittrich

Freiraumplanung

TREIBHAUS Landschaftsarchitektur 
Gerko Schröder
Jan-Erik Raupach, Tobias Eckmaier, Sognan Liu, Mengyi Han

Die Arbeit zeigt eine klare Dreiteilung und entwickelt eine bauliche Konfiguration, die sich in der Gebäudesetzung, -höhe und -länge am Bestand orientiert. Eine neue Stadtkante wird zur Vulkanstraße ausgebildet. Der Hochpunkt an der Elli-Voigt-Straße setzt einen klaren Akzent, ebenso der Kopfbau im Süden. Die Typologie von Block und Zeile ist klar erkennbar und schafft ein Zusammenspiel zwischen Neubebauung und Bestand, wobei Zweifel an den Qualitäten entstehender Zwischenräume bestehen. Großzügig dimensionierte und vielfältig nutzbare Räume mit urbaner Qualität im zentralen Bereich stehen dabei den nördlichen und südlichen, verhältnismäßig engen, Erschließungsräumen mit geringer Aufenthaltsqualität gegenüber. Kontrovers wird die Blockstruktur diskutiert: Einerseits stellt die Typologie ein klares städtebauliches Statement dar und funktioniert in seiner Großmaßstäblichkeit; andererseits wirkt er als Fremdkörper, zu introvertiert und isoliert sich stark vom Umfeld, wodurch er viel öffentlichen Freiraum beansprucht und dessen Qualität mindert.

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