UMBS | Urbane Mitte Süd
Die „Urbane Mitte Am Gleisdreieck“ ist eine der größten, innerstädtischen Quartiersentwicklungen Berlins. In direkter Nachbarschaft zum Zentrum Potsdamer Platz gelegen, umfasst das Areal die Flächen zwischen dem Park am Gleisdreieck und dem gleichnamigen Bahnhof mit seinen U-Bahnhochtrassen der Linien U1 und U2. Hervorgegangen ist es 2015 aus dem Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs, der bis 2019 in einen städtebaulichen Masterplan überführt und weiterentwickelt wurde. Nach einer umfassenden Vorbereitungsphase soll der Masterplan in seinen Teilabschnitten nun zügig realisiert und umgesetzt werden.
Das Ziel des Gesamtprojekts ist es, ein attraktives Stadtquartier an einem wichtigen Umsteigepunkt im Zentrum Berlins zu schaffen. Das Gebiet umfasst insgesamt sieben Baufelder (MK 1-7) mit Gebäuden zwischen 25 m und 90 m Höhe, den U-Bahnhof „Gleisdreieck“ mit den Viadukten (MK 8) und eine bauliche Ergänzung im Gebäudebestand der Betriebsgebäude (MK 9).
Im Laufe des Planungsprozesses wurde es notwendig das Vorhaben in die Abschnitte Baufeld Nord (MK 1-5 und 8, 9) und Baufeld Süd (MK 6, 7) zu unterteilen, für die jeweils ein eigener Bebauungsplan (B-Plan) entwickelt wurde. Der Bebauungsplan VI-140caa „Urbane Mitte Nord“ zum nördlichen Teilbereich wird weiter fortgeführt. In diesem Wettbewerb geht es um das Grundstück „Urbane Mitte Süd“, das Gegenstand des Bebauungsplans VI-140cab „Urbane Mitte Süd“ ist. Im Bebauungsplan werden Kerngebiete festgesetzt, die als MK 6 und MK 7 bezeichnet werden. Die Festsetzung des B-Plan VI-140cab für das Baufeld Süd wurde am 26.02.2026 im Abgeordnetenhaus Berlin beschlossen.
Gegenstand des vorliegenden Wettbewerbs ist die Planung eines Gebäudeensembles auf den Baufeldern MK 6 und MK 7 auf Basis der Vorgaben des städtebaulichen Vertrags und des B-Plans VI- 140cab. Der Neubau mit rund 23.750 m2 Geschossfläche und bestehend aus einem gemeinsamen Gebäudesockel und zwei Hochpunkten (ca. 49,0 m bzw. 25,0 m über OK Gelände) soll unter Wahrung des gestalterischen Zusammenhangs für das Quartier „Urbane Mitte Am Gleisdreieck“ entworfen werden.
In beiden Hochpunkten des Gebäudeensembles ist je ein Hotel vorgesehen. Für das Hotel im MK 6 ist bereits ein Nutzer mietvertraglich gebunden, im MK 7 ergänzt ein sog. Mikrohotel mit deutlich kleineren Zimmern und reduziertem Service das Angebot. Im Sockel ist eine Mischnutzung mit Sportschwerpunkt und ergänzendem kleinteiligem Gewerbe mit dem Ziel der Förderung der sozialen Integration und Vielfalt in der Nachbarschaft vorgesehen. Neben dem Entwurf von effizienten Zimmerstrukturen in den Obergeschossen liegt der Fokus der Betrachtung auf der geschickten Planung des Gebäudesockels, der sowohl die öffentlichen Nutzungen als auch die Repräsentations- und Empfangsfunktionen der Hotels mit Rezeption, Café und Restaurant in ein überzeugendes Gesamtkonzept integriert.
Ziel ist es, die Projektentwicklung, die Projektumsetzung und den Betrieb der „Urbane Mitte Am Gleisdreieck“ gemäß den Kriterien der Nachhaltigkeit vorzunehmen. Um dieses Ziel zu verfolgen, sollen die Nachhaltigkeitskriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) Berücksichtigung finden. Das Gesamtvorhaben ist dabei bereits als Stadtquartier mit dem höchsten Nachhaltigkeitszertifikat des DGNB für Gewerbequartiere in Platin vorzertifiziert.
Dieser hohe Anspruch der Ausloberin an eine nachhaltige und integrative Planung wird auch auf Objektebene konsequent fortgesetzt. Für das Gebäudeensemble auf dem Baufeld Süd ist mindestens der DGNB-Gold-Standard für Hotels, Version 2023 umzusetzen. Der angestrebte Gold-Standard ist bei der Konzeption der Wettbewerbsentwürfe zu berücksichtigen.
Neben einer hohen Qualität der architektonischen Gestalt und einem leistungsfähigen, von Beginn an integral geplanten Tragwerks-, Nachhaltigkeits-, Energie- und Gebäudetechnikkonzept ist eine hohe Flächeneffizienz und damit die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes ein wesentlicher Garant für eine zügige Umsetzung. Langfristig sichern eine hohe Nutzerakzeptanz sowie die Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit der Immobilie den wirtschaftlichen Betrieb der Gebäude.
Im Anschluss an den vorliegenden Hochbauwettbewerb soll die Bauantragsplanung zügig erarbeitet werden, der Baubeginn ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Ausloberin erwartet eine in allen Aspekten vorbildliche, überzeugende und gesamtheitliche Planung für die vorliegende Bauaufgabe.

Teilnehmende
- Barkow Leibinger, Gesellschaft von Architekten mit capattistaubach, urbane landschaften
- Baumschlager Eberle mit Luz Landschaftsarchitektur
- Grüntuch Ernst Architekten mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten
- ingenhoven associates mit Topotek 1
- Kleihues + Kleihues, Gesellschaft von Architekten mit POLA Landschaftsarchitekten
- KSP Engel mit nsp landschaftsarchitekten stadtplaner
- Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mit st raum A