Ein gutes Stück Stuttgart. Der neue Stöckach. // A good part of Stuttgart. The new Stöckach.

Städtebauliche Neuordnung des Quartiers Hackstraße/Stöckachstraße (EnBW-Areal) in Stuttgart-Ost // Urban redevelopment of the Hackstraße/Stöckachstraße quarter (EnBW site) in Stuttgart East

Offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 // Open two-phase design competition in accordance with RPW 2013
Aktuelle Information
Current information
Anlass und Vision
Starting point and vision
Ergebnis
Result
Wettbewerbssumme
Competition prize
Verfahren
Competition type
Öffentlichkeitsbeteiligung
Public participation
Preisgericht
Jury
Termine
schedule
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Aktuelle Informationen // Current Information

Anlass und Vision // Starting point and vision

Die EnBW und Stuttgart: Das ist eine gewachsene Beziehung, die ihre Wurzeln in der industriellen Moderne hat. Beide Partner haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Industrie 4.0, Zuzug und Wachstum, Digitalisierung, Energiewende sind nur einige wenige Veränderungsimpulse, denen sich sowohl die Stadt als auch das Unternehmen stellen muss. Zeit, dass die Beziehung in eine neue Phase eintritt! Dafür eröffnet sich nun eine einmalige Chance. Denn die Veränderung des Unternehmens findet nicht nur in seinen strategischen Veränderungen der Geschäftsfelder, in seinen Anlagen, Fuhrparks und in den Köpfen der Mitarbeiter statt. Sie hat ganz konkrete Auswirkungen auf die Weiterentwicklung der Standorte der EnBW in der Stadt – so auch am Stöckach. Die 4,25 ha große Fläche wird zukünftig nicht mehr als Betriebswerk gebraucht und soll zu einem urbanen Stadtbaustein entwickelt werden, zu einem guten Stück Stuttgart, das sich sowohl als Teil des Ganzen versteht, wie auch eine herausragende Vorbildfunktion hat, die weit über Stuttgart hinaus gehen soll.

EnBW and Stuttgart: An established relationship rooted in industrial modernity. Both partners have undergone rapid change in recent years. Industry 4.0, influx and growth, digitization, and the Energy Transition are only some of the change drivers that both the city and company must confront. It is time for this relationship to enter a new phase! A unique opportunity has now opened here. The changes to the company are reflected not only in the strategic changes to its business segments, in its sites, vehicle fleets and in the heads of its employees. They have a very tangible impact on the continued development of EnBw’s sites in the city – and therefore also in Stöckach. The 4.25 ha. space will no longer be required as plant grounds in the future and is to be developed into an urban district – a quality area of Stuttgart that will act as a part of the city as a whole, while also providing an outstanding example to urban regions well beyond Stuttgart.

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Stadt und Unternehmen können also gemeinsam ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufschlagen, miteinander wachsen und voneinander lernen: Die Stadtentwicklung und die Menschen werden sicher von den bis zu 800 dringend benötigten Wohnungen in zentraler, sehr gut erschlossener Lage profitieren. Und die EnBW kann mit dem Vorhaben ihr Profil für die Entwicklung komplexer städtischer Infrastrukturen schärfen und sich weiter vom Energieunternehmen zum Infrastrukturpartner wandeln. Der Standort soll aber nicht nur dem Wohnen dienen. Er soll sich vom reinen Arbeitsort mit 1.000 Mitarbeitern zum integrierten Quartier entwickeln – in dem gemeinsam gelebt, gewohnt, (klein)gewerblich gearbeitet, genossen, geteilt und gelacht wird: ein gutes Stück Stadt und ein gutes Stück Nachbarschaft im Stöckach!

  • Der Anspruch der Ausloberin ist hoch, die Vision konsequent:
  • Es geht um ein ideales, zukunftsweisendes, weil wirklich menschenorientiertes Stadtviertel mit dem Ziel humaner, sozialer, energetischer, baulicher und zukunftsorientierter Qualitäten.
  • Der neue Stöckach soll internationale Maßstäbe setzen, aber gleichzeitig in der Nahperspektive als dienender Teil einer Stadt erlebt werden.
  • Der neue Stöckach soll in städtebaulicher Hinsicht von bundesweiter, ja sogar internationaler Ausstrahlung sein, ähnlich wie in architektonischer Hinsicht Günter Leonhardts Fernsehturm oder Frei Ottos in Stuttgart entwickeltes Münchner Olympiadach oder die Weissenhofsiedlung jeweils in ihrer Disziplin weltweit wirkende Vorbilder wurden.
  • Die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, ist dabei zentral. Denn der neue Stöckach soll in den 2020er Jahren gebaut und auch noch für die 2100er Jahre inspirierend sein und eine internationale Vorbildfunktion haben. So, wie es so manche Siedlungen der frühen und reifen Moderne noch heute sind.
  • Der globale Klimawandel verlangt von verantwortungsvollen Städten, Unternehmen und der Bevölkerung radikale (konsequente), kurzfristige Veränderungen des alltäglichen Ressourcenverbrauchs und Senkung der Emissionen im Alltag. Wie kann Städtebau und Technologie darauf reagieren, so dass die Menschen neue umweltgerechte Wohn- und Alltagsformen nicht als Verzicht, sondern als Erhöhung der Lebensqualität erleben?
  • Es geht auch drängender und mehr denn je um gesellschaftlichen Zusammenhalt: Wie kann der Städtebau der Zukunft dazu beitragen, daß ein neues Stadtviertel wieder zu einer Heimat, zu mehreren, diversen Heimaten führt?
  • Was sind die Antworten auf die sich rasch wandelnden Wohnbedürfnisse?
  • Die spezielle Situation in Stuttgart mit seiner Kessellage ist hinsichtlich Klima, Verkehr und erforderlicher Expansion innerhalb des Stadtraumes eine besondere Herausforderung. Wie werden wir mit der Erwärmung und den Hitzeinseln in der Stadt umgehen werden oder wie in der nahen und ferneren Zukunft unsere Mobilität gestalten?

Dieser Anspruch soll uns herausfordern. Denn wissen wir angesichts der rasanten technologischen, sozialen und ökologischen Veränderungen, was in 2100 relevant sein wird? Wir wissen es nicht und werden es auch nicht mit letzter Gewissheit herausfinden. Wir können aber die besten Architektinnen und Architekten einladen, mit uns das Fundament dafür zu legen, dass ein resilientes, allen Herausforderungen gewachsenes Stück Stadt entsteht, das integriert gedacht, gemacht und gelebt werden kann.

Dieser Wettbewerb stellt die Frage, wie eine Architektur gestaltet werden kann, die sich den gesellschaftlichen Anforderungen der nächsten Jahrzehnte stellen möchte. Wie können die neuen Anforderungen an Stadt und Architektur in eine angemessene, selbstverständliche und dennoch eigenständige Sprache übersetzt werden?

Neben den großen Zukunftsfragen gibt es aber durchaus Leitplanken, die wir heute schon – aus der Gegenwart heraus – dem Quartier mit auf dem Weg geben. Es soll sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltig, möglichst klimaneutral und klimaresilient sein. Dazu gehört auch eine gemischte Nutzungsstruktur wie es das „urbane Gebiet“ vorsieht (ca. 80% Wohnen, 20% Büro, Gewerbe, Einzelhandel, soziale Infrastruktur), die kurze Wege und ein lebendiges Miteinander ermöglicht. Die Wohnnutzung soll dementsprechend die geltenden Forderungen des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) mit bis zu 40% gefördertem Wohnungsbau inkl. einiger Betriebswohnungen übererfüllen. Dazu gehören auch soziale Verantwortung und Offenheit für neue Ideen und Konzepte. Sie werden in einer frühzeitigen und weit über das Übliche hinaus gehenden Einbindung der Öffentlichkeit und in der Konzeptfindung gelebt.

So hat die EnBW bereits einen IdeenRaum im Planungsgebiet eingerichtet und einen Prozess zur Öffentlichkeitsbeteiligung initiiert. Mit Informations- und Diskussionsveranstaltungen soll die Entwicklung fundiert und begleitet werden. Auch dieser partizipative Prozeß soll Vorbildfunktion haben.

Offenheit für neue Ideen drückt sich auch in diesem Planungswettbewerb aus. Er ist als zweiphasiger offener Wettbewerb gestaltet, so dass alle interessierten Fachleute der Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung uneingeschränkt ihre Vorschläge einbringen können.

Am Ende werden sie damit die Basis für einen Masterplan schaffen, der die Neuordnung des Quartiers prägen wird, als Grundlage für einen neuen Bebauungsplan dient und die angemessene Dichte und die grundsätzlich zum Stadtquartier passenden Höhenentwicklung definiert.
In this way, the city and the company can open a new chapter in their collaboration together, while growing together and learning from each other: The city’s development, and the people living there, are bound to benefit from the up to 800 apartments being built. This accommodation is urgently needed and will be in a very central location with excellent transport links. This project will also allow EnBW to boost its profile for the development of complex urban infrastructure and continue its transition from an energy company into an infrastructural partner. However, the site will not only be used for residential accommodation. It is set to change from being a place of work for 1,000 people to become an integrated quarter where people can live together, make their home, work together in businesses large and small, share a common space, laugh and have fun: a positive urban development in Stöckach, with a neighbourhood feel!

  • The expectations of the awarding authority are high, with a vision to match:
  • The goal is to achieve an ideal, forward-looking, truly people-oriented district with strong human, energy, architectural and forward-thinking qualities.
  • The new Stöckach will set international standards while also allowing its residents to experience life in a fully-functioning city district in the shorter-term.
  • From an urban planning perspective, the new Stöckach will make its mark not only in Germany, but around the world. From an architectural point of view, it will be not unlike the way in which Fritz Leonhardt’s television tower, or Frei Otto’s Munich Olympic stadium roof (which was developed in Stuttgart), or the Weissenhof housing estate, each proved to be stand-out examples in their own respective disciplines.
  • The key question here is how we want to live in the future. The new Stöckach will be built in the 2020s and will be expected to continue to inspire visitors beyond 2100 and provide an international exemplar. In the same way, some housing estates from early, and more recent, architectural modernity continue to be held up as examples to this day.
  • Worldwide climate change requires responsible cities, companies and the population as a whole to make radical, consistent, immediate changes to how they use resources on a day-to-day basis in order to reduce their daily emissions. How can urban planning and technology respond to this challenge so that people experience new environmentally-sound styles of day-to-day living as an improvement in their quality of life, rather than as a sacrifice?
  • More than ever, it is about the urgent need for social cohesion: How can the urban planning of the future help new urban districts to become home again, and to become several, diverse homes?
  • How do we respond to these quickly-changing living requirements?
  • Given Stuttgart’s particular topographical situation positioned in a basin, planners face particular challenges in terms of climate, transport and the expansion that is required within the urban space. How we will we cope with warming and ‘heat islands’ in the city, and how will we provide for our mobility in the near, and more distant, future?

We should step up to this challenge. Given the rapid pace of technological, social and ecological change, how can we know what will be relevant in 2100? We cannot know this, nor will we be able to find out with absolute certainty. However, we can invite the best architects to help us to lay the foundations and to create a piece of the city that is resilient, that can meet all challenges and that is conceived, built, and inhabited in an integrated way.

We should step up to this challenge. Given the rapid pace of technological, social and ecological change, how can we know what will be relevant in 2100? We cannot know this, nor will we be able to find out with absolute certainty. However, we can invite the best architects to help us to lay the foundations and to create a piece of the city that is resilient, that can meet all challenges and that is conceived, built, and inhabited in an integrated way.

However, in addition to the major questions for the future there are certainly parameters that we can already set for the quarter today, based on our current understanding. It needs to be socially, economically and ecologically sustainable, and as climate-neutral and climate-resilient as possible. This also includes a mixed usage structure such as that envisaged by the “urban district” (approx. 80% residential, 20% office space, commerce, retail, and social infrastructure), providing for easy access and a lively way of co-existing. Accordingly, residential use should more than meet the applicable requirements of the Inner City Development Model of Stuttgart (SIM) with up to 40% supported residential construction incl. a number of company apartments. This also includes social responsibility and an openness to new ideas and concepts. These values find expression at the concept specification stage and by involving the general public early on and to a much greater extent than normal.

EnBW has already established an Ideas Space in the planning area and initiated a public consultation process. The development will be informed and supported by information and discussion events. This participatory process is also intended to set an example.

This design competition also reflects an openness to new ideas. It is arranged as a two-phase, open competition so that all interested experts from the fields of architecture, urban planning and landscape design are free to bring forward whatever proposals they want.

At the end, their input will provide the basis for a master plan that will shape the rearrangement of the quarter, provide the basis for a new local plan and define the appropriate density and elevations to fit in with the surrounding quarter.

Ergebnis

1. Preis tong+, Frankfurt am Main, Hanoi mit Hannes Hörr Landschaftsarchitektur, Remseck

ARCHITEKTUR
tong+, Frankfurt am Main, Hanoi
Verfasser: Duc Tuan Tong Tran, Quang Huy Le, Michael Schenk
Mitwirkende: Nguyen Thi Ngoc Diep, Cao Thi Hoai, Vu Hoang Son Tung, Hua Van Huan

FREIRAUMPLANUNG
Hannes Hörr Landschaftsarchitektur, Remseck
Verfasser: Hannes Hör
Mitwirkende: Dominik Grunewald

ERLÄUTERUNGSTEXT: HIER klicken.

Beurteilung der Jury

Die Arbeit zeichnet sich durch einen sehr guten städtebaulichen Ansatz zur Transformierung und Innenentwicklung des EnBW-Areals aus. Identitätsstiftende Gebäude werden erhalten, gut in das Bebauungskonzept eingefügt und umgenutzt.Wichtige Erschließungsachsen vernetzen das Quartier mit dem gesamten Stöckach. Die Eingangsbereiche werden durch kleinere Platzbereiche geöffnet und aufgewertet. In der Mitte des Quartiers befindet sich ein größerer öffentlicher Platz, der sich sehr gut als Treffpunkt für die Nachbarschaften und als soziale Mitte eignet. Daran können sich in den Erdgeschosszonen Versorgungseinrichtungen, Gastronomie, Läden, kleinere gewerbliche oder kulturelle Einrichtungen angliedern.Zentral befinden sich mehrere sogenannte Hubs –multifunktionale Versorgungs-und Servicegebäude, die sich auch baulich verträglich aus dem Quartier hervorheben und somit auch Orientierungspunkte bilden. Die Position des zentralen Hochpunktes und dessen Höhe selbst kann jedoch nicht überzeugen und müsste überarbeitet werden. Das öffentliche Raumgefüge einschließlich der Umgestaltung des Heilandplatzes, wird als gelungen bewertet.Die halboffenen, neuen Blockbereiche eignen sich gut für neue Wohneinheiten und versprechen auch eine angenehme Wohnqualität. Begrüßenswert ist, dass der Wohnungs-mix und die Anzahl der Wohneinheiten nahezu den Vorgaben entsprechen.Der Erhalt der Sporthalle wird positiv gesehen. Die Versetzung der Energiezentrale (Umspannwerk) ist gesichert und technisch möglich. Der geplante Abriss des Verwaltungsgebäudes an der Hackstraße wird zwar bedauert, hat aber den enormen Vorteil einen neuen alternativen Eingangsbereich direkt gegenüber der Stadtbahnhaltestelle zu schaffen. Dies trägt zur besseren Erschließung des neuen Quartiers mit dem ÖPNV bei.

2. Preis Atelier Kaiser Shen Architekten PartGmbB, Stuttgart mit planungsgruppe stahlecker, Stuttgart

ARCHITEKTUR
Atelier Kaiser Shen Architekten PartGmbB, Stuttgart
Verfasser: Guobin Shen, Florian Kaiser
Mitwirkende: Kilian Juraschitz, Yannic Schröder, Esther Rodriguez, Ilter Ünal, Sergi Egea Bohn

FREIRAUMPLANUNG
planungsgruppe stahlecker, Stuttgart
Verfasser: Hannes Stahlecker

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Beurteilung der Jury

Die Verfasser belassen identitätsstiftende Bestandsgebäude, setzen maßstäblich passende Blockrandstrukturen dazu und schaffen dadurch eine klare und einfach verständliche Außenraumstruktur. Gassen führen zum zentralen Platz mit dem durch ein Gründach überhöhten Gebäude 30-32. Diese Ausgangslage ist belastbar und bietet die Möglichkeit, vielfältig mit der Topografie, mit dem Wohnungsmix oder den kleinen Überraschungen umzugehen, die ein neues Stadtquartier lebenswert machen.Von Westen nach Osten verbindet eine baumbestandene Wohnstraße die Innenstadt mit der Villa Berg. Von Norden nach Süden wird eine Abfolge von öffentlichen Plätzen über Stufenanlagen und Rampen angeboten. Die Hauptverbindung von der Straßenbahn-Haltestelle ins Quartier erfolgt über einen großzügigen internen Durchgang mit einem von Kletterpflanzen überdeckten Innenhof. Nicht nachvollziehbar ist der Durchgang vom zentralen Platz zur Schwarzenbergstraßeauf die Rückseite zur alten Randbebauung. Obwohldie Setzung vielerBäume geplant wird, scheint die versiegelte Fläche noch zu groß. Ein Konzept für die Nutzung der Dachflächen ist noch nicht ersichtlich, wünschenswertebegrünte Fassaden sind nur im zentralen Platzgebäude aufgenommen. Die Bestandsgebäude nehmen vielfältige Nutzungen auf, was sehr positiv diskutiert wird. Die schmale innere Schicht von der ehemaligen zentralen Werkstätte wird aber als zu schmal und dadurch zu wenig nutzbar erachtet. Auch der Abbruch und das Verschieben der Sporthalle ist wenig sinnvoll. Die Neubauten bilden ähnlich große Höfe resp. Teilhöfe wie die Bestandsgebäude, was als sehr angenehm empfunden wird. Der angestrebte Wohnungsmix ist plausibel. Konzeptionelle Ansätze wie „Clusterwohnungen“, „Waschsalons“, „Co-Working“, „Joker-Zimmer“ und ähnliche gemeinschaftlich orien-tierte Angebote sind positiv hervorzuheben. Die kopfartige Ausbildung der beiden neuen Gebäude zum Heilandplatz wird positiv diskutiert. Wobei weder die Gestaltung vom Hei-andplatz noch der übrigen Außenräume wirklich überzeugen.

3. Preis Riehle+Assoziierte GmbH+Co.KG, Architekten und Generalplaner, Stuttgart mit Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen

ARCHITEKTUR
Atelier Kaiser Shen Architekten PartGmbB, Stuttgart
Verfasser: Maximilian Köht, Hannes Riehle
Mitwirkende: Maximilian Janke, Christian Osterstock, Joanna Wisniewska, NicolasRojas Bojaca, Luis Cedeno, Lingchao Jiang

FREIRAUMPLANUNG
Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen
Verfasser: Stefan Fromm

Mitwirkende: Hannes Essig

ERLÄUTERUNGSTEXT: HIER klicken.

Beurteilung der Jury

Die Verfasser erhalten größere Teile des Bestands und ergänzen auf den Neubaufeldern mit Typologien, die sich an diesem Maßstab orientieren. Dadurch gelingt es die Körnigkeit und den Charakter des industriell/gewerblichen Gebietes in Erinnerung zu halten. Dies unterstützt die Gestaltung der Innenhöfe, die über Durchgänge gut ins städtische Gewebe eingebunden sind, aber auch als privatere, grüne Räume das Wohnumfeld bereichern. Ein Gebäude an der Hackstraße schließt den gründerzeitlichen Block fast voll-ständig. Hier ist der Zugang über eine zweigeschossige Öffnung vermutlich nicht angemessen. Die anderen Anschlüsse an die Stadt, der Umgang mit den verschiedenen Niveaus und die reaktivierte Sickstraße überzeugen hingegen. Sie sind als begrünte Wege und Gemeinschaftsflächen mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet.Ein mittiger Quartierplatz ist von Gewerbeflächen umgeben und mit einem Hochhaus mit kleineren Wohnungen ausgezeichnet, an ab gewandteren Lagen wird in Ateliers und Maisonettewoh-nungen teilweise bis ins Erdgeschoss gewohnt. Das Verwaltungsgebäude 30/31/32 ist ein gemeinschaftliches Haus mit einer großen Zahl von Kleinwohnungen und Infrastruktur (Kita, Gemeinschaftsräume, Küchen, Werkstätten, Waschküchen). Die Neubauten sind fünf bis achtgeschossig, in tieferen Bereichen sind gemeinschaftliche Dachterrassen direkt aus den Treppenhäusern zugänglich.Drei Tiefgaragen (größtenteils Bestand) sind von der Hack-und Stöckachstraße und vom Heilandplatz direkt erschlossen, der ganze Innenraum ist somit bis auf Anlieferungsverkehr autofrei. An der Metzstraße sind Car-Sharing-Fahrzeuge und ein Fahrradverleih Teil des Mobilitätskonzepts.Das Projekt liegt bezüglich der Flächen und der Wohnungszahl im oberen Bereich, die Nutzungen und Grundrisse sind plausibel, die ökonomische Machbarkeit wird positiv be-urteilt. Flexible Angebote in den Erdgeschossen und in Sockelzonen des Bestands versprechen eine gute Anpassbarkeit an sich verändernde Bedürfnisse im Quartier.Das Projekt besticht durch große Sorgfalt, angemessene Entscheide und eine tiefe, Durcharbeitung der Wohnungstypologien. Die konstruktiven Aussagen sind zurückhaltend und der dargestellte Ausdruck der Gebäude ein wenig spröde. Ebenso fehlen noch Aussagen zu Fassaden-und Dachbegrünung. Die robuste Struktur des Projekts bietet aber beste Voraussetzungen für die weitere Bearbeitung.


Wettbewerbssumme // Competition prize


Im Rahmen des Verfahrens werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 350.000 € zzgl. Umsatzsteuer ausgelobt. Diese Summe wird aufgeteilt in 110.000 € für Preise und 240.000 € für Aufwandsentschädigungen der Teilnehmer der 2. Phase.


As part of the procedure, prize money and recognition fees totalling 350,000 € plus value-added tax will be awarded. 110,000  € of this amount be will awarded in the form of prizes and recognition fees and 240,000 € in the form of fees for participants of the second phase.


Verfahren // Procedure


Das Verfahren wird als offener Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2013 in zwei Phasen durchgeführt.

Berechtigt zur Teilnahme am Wettbewerb Teams aus Architekten und/oder Stadtplanern mit Landschaftsarchitekten.



The procedure will be carried out as a two-phase open realisation competition in accordance with RPW

Entitled to participate in the competition are teams comprised of architects and/or urban planners together with landscape architects.



Öffentlichkeitsbeteiligung – Von Bürgern für Bürger // Public participation – By citizens for citizens


Die Ausloberin stellt sich den Herausforderungen, die die Neuordnung und -entwicklung eines ehemaligen Industrie- zum Wohngebiet in einem bestehenden Quartier mitbringen gern und möchte diesen in diesem Projekt von gesamtstädtischem Interesse gemeinsam mit allen Beteiligten begegnen. Ziel ist es, einen verdichteten, gesellschaftlich und politisch akzeptierten neuen Stadtraum zu entwickeln, der langfristig sowohl von neuen Bewohnern aber auch alteingesessenen Nachbarn nachgefragt, genutzt und akzeptiert wird. Dazu findet vor Auslobung des Wettbewerbs und während dessen Durchführung ein Beteiligungsverfahren statt, dessen Ergebnisse in die Aufgabenstellung und Bearbeitungshinweise an die teilnehmenden Architekten und Stadtplaner einfließen.

Auf dem Gelände des EnBW-Areal ist im Vorfeld und mindestens für die gesamte Dauer des Verfahrens der Ideenraum zentraler Anlauf- und Treffpunkt für alle Beteiligten und Interessierten. Dieser wird am 12. April 2019 eröffnet und ist ab dann jeweils donnerstags und freitags von 16:30 Uhr bis 19:00 Uhr und samstags von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Ansprechpartner der EnBW und externe Experten sind ständig vor Ort.

In regelmäßig stattfindenden Bürgerwerkstätten (11. und 18. Mai 2019, 01. und 26. Juni 2019) vor Ort werden Vorträge zu projektrelevanten Themen angeboten und Interessen, Meinungen und Erkenntnisse gesammelt, dokumentiert und ausgewertet. Die wesentlichen inhaltlichen Themen bilden die Basis für die Aufgabenstellung des städtebaulichen Wettbewerbs.

Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens werden vier Vertreter*innen aus der Bürgerschaft ausgewählt, die das gesamte Verfahren als Sachverständige begleiten und an den Preisgerichtssitzungen teilnehmen. Die vorgesehenen Teilnehmerkolloquien (15. Juli 2019 und 25.September 2019) sind als öffentliche Veranstaltungen konzipiert, zu denen auch interessierte Bürgerinnen und Bürger hinzukommen können und eine direkte Begegnung und Austausch zwischen Wettbewerbsteilnehmern und Interessierten möglich ist.

Weitere Informationen und Eindrücke sind auf der Webseite zum Beteiligungsverfahren zu finden.



The awarding authority is more than ready to step up to the challenge of replanning and redeveloping a former industrial and residential area in an existing quarter and would like to take on this challenge, which is of interest to the city as a whole, by collaborating closely with everybody involved. The goal is to develop a compact new urban space that is accepted politically and by society that, in the long-term, will be sought-after, used and accepted both by new and more established residents.To this end, prior to the competition brief and while it is being implemented, a participation procedure will take place the results of which will inform the task assignment and working instructions for the participating architects and urban planners.

At regular citizens’ workshops on-site (11 and 18 May 2019, 01 and 25 June 2019), presentations will be on offer on project-related topics and interests, opinions and insights will be collected, documented and evaluated. The key content themes form the basis for the tasks for the urban planning competition and are the foundation for this competition brief.

On the EnBW site, the Ideas Space will be the central reference point and meeting point for all participants and interested parties in the run-up to the process, and at least for its full duration. It will be opened on 12 April 2019 and will be open from then each Thursday and Friday from 16:30 to 19:00 and on Saturdays from 13:00 to 18:00. EnBW contact persons and external experts will be continuously on-site.

As part of the participation procedure, four representatives from the community will be selected who will assist the entire process as official experts and attend the jury meetings. The participant colloquiums that are planned (15 July 2019 and 26 September 2019) are designed as public events that can also be attended by interested citizens. They will allow competition participants and interested parties to meet in person and exchange their views.

Further information and impressions can be found on the participation procedure website.



Preisgericht // Jury


Fachpreisrichter/innen // Expert jurors
Prof. Markus Allmann, Architekt, München //Architect, Munich

Prof. Dörte Gatermann, Architektin, stellv. Vorsitzende städtebaul. Gestaltungsbeirat Stuttgart, Köln //Architect, Cologne

Patrick Gmür, Architekt, Vorsitzender städtebaul. Gestaltungsbeirats Stuttgart, Zürich // Architect, Zurich

Prof. Gesche Grabenhorst, Architektin, Hannover // Architect, Hanover

Guido Hager, Landschaftsarchitekt, Zürich /7 Landscape Architect, Zurich

Andreas Hofer, Architekt, Intendant IBA 2027 // Architect and urban planner, Cologne
Dr. Detlef Kron, Leiter Amt für Stadtplanung und Wohnen, LHS // Head of Office for Urban Planning and Housing for the State Capital of Stuttgart

Achim Nagel, Architekt, Hamburg/Düsseldorf // Architect, Hamburg/Dusseldorf

Peter Pätzold, Architekt, Bürgermeister Städtebau, Wohnen und Umwelt, LHS // Architect, Mayor for Urban Planning, Housing and Environmental Issues, State Capital of Stuttgart

Matthias Sauerbruch, Architekt, Berlin // Architect, Berlin

Michael Trinkner, Architekt und Stadtplaner, Rotterdam // Architect and urban planner, Rotterdam

Stellvertretende Fachpreisrichter/innen // Deputy expert jurors

Carolin zur Brügge, Leiterin Städtebauliche Planung Mitte, LHS // Head of Urban Planning for the district of Mitte, State Capital of Stuttgart

Ingo Kanehl, Architekt und Stadtplaner, Köln // Architect and urban planner, Cologne

Johannes Hoffmann, Architekt, London // Architect, London

Tobias Micke, Landschaftsarchitekt, Berlin // Landscape architect, Berlin

Arthur Numrich, Architekt, Berlin // Architect, Berlin

Arne Rüdenauer, Architekt, Stuttgart // Architect, Stuttgart

N.N. LHS


Sachpreisrichter/innen // Specialist jurors
Dr. Wolfgang Eckert, EnBW AG, Geschäftsführender Bereichsleiter Infrastruktur // Executive Division Manager for Infrastructure

Thomas Erk, EnBW AG, Leiter Immobilen // Head of Property Division

Thomas Fuhrmann, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, LHS // Mayor for Economic Affairs, Finance and Investments, State Capital of Stuttgart

Frank Heberger, EnBW AG, Generalbevollmächtigter // Chief Representative

Florian Kommer, Geschäftsführer GEG Bremen, Experte Quartiers- und Wohnentwicklung // CEO of GEG Bremen, Experts in district and residential development

Martin Körner, SPD, Gemeinderat LHS // SPD Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Alexander Kotz, CDU, Gemeinderat LHS // CDU Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Steffen Ringwald, EnBW AG, Leiter kommunale Beziehungen // Head of Municipal Relations

Hannes Rockenbauch, SÖS Linke PluS, Gemeinderat LHS // SÖS LINKE PluS Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Petra Rühle, Die Grünen, Gemeinderätin LHS // Green Party (Die Grünen) Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Stellvertretende Sachpreisrichter/innen // Deputy specialist jurors
Verena Gehrmann-Linnerth, EnBW AG

Marco Geis, EnBW AG

Gabriele Munk, Die Grünen, Gemeinderätin LHS // Green Party (Die Grünen) Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Walter Schupeck, BZS23/AfD/LKR, Gemeindrat LHS // BZS23/AfD/LKR, LKR (Liberal Conservative Reformers) Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Dr. Carl-Christian Vetter, CDU, Gemeinderat LHS // CDU Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

Jürgen Zeeb, Freie Wähler, Gemeindrat LHS // Freie Wähler (engl: Free Voters) Faction Member of the Municipal Council for the State Capital of Stuttgart

N.N. weitere*r Unabhängige*r




Termine // Schedule

Ausgabe der Unterlagen 1.Phase // Release of competition brief documents Freitag 28. Juni 2019 // Friday, 28 June 2019
Rückfragen 1.Phase bis // Deadline for questions 12. Juli 2019 // Friday, 12 July 2019
Teilnehmerkolloquium 1.Phase // Participant colloquium Montag, 15. Juli 2019 // Monday, 15 July 2019
Abgabe 1.Phase // Submission of first phase entries Pläne: Freitag, 23. August 2019 // Friday, 23 August 2019
Modelle: Freitag, 30. August 2019 // Model Friday, 30 August 2019
1. Preisgericht // First jury session Montag 16. September 2019 // Monday, 16 September 2019
Rückfragen 2.Phase bis // Deadline for questions Mittwoch, 25. September 2019 // Wednesday, 25 September 2019
Teilnehmerkolloquium 2.Phase // Participant colloquium Mittwoch, 25. September 2019 // Wednesday, 25 September 2019
Abgabe 2.Phase // Submission of second phase entries Pläne: Freitag, 15. November 2019 // Friday, 15 November 2019
Modelle: Freitag, 22. November 2019 // Model Friday, 22 November 2019
2. Preisgericht // Second jury session Freitag, 06. Dezember 2019 // Friday, 6 December 2019



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A | Auslobung // competition brief
Auslobung DE groß [PDF ca. 64 MB]
Auslobung DE klein [PDF ca. 16 MB]
2019-12-13 Protokoll der Preisgerichtssitzung vom 06. Dezember 2019 [PDF]
Ein gutes Stück Stuttgart. Der neue Stöckach. // A good part of Stuttgart. The new Stöckach. Mai 8, 2019