Zentralbibliothek der Zukunft zb+, Mönchengladbach

Zentralbibliothek Mönchengladbach

Offener 2-phasiger Realisierungswettbewerb mit Ideenteil

Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der denkmalgeschützten Zentralbibliothek Mönchengladbach in der Blücherstraße 6, 14. Mai 2018 bis 28. September 2018

Aktuelle Information Anlass und Ziel Ergebnis Verfahren Wettbewerbssumme Termine Rückfragen 1. Phase Downloads

Aktuelle Informationen

Anlass und Ziel

Die Zentralbibliothek Mönchengladbach ist ein stark frequentierter Magnet für die Innenstadt und das Quartier, sie erreicht nahezu alle Gruppen der Stadtgesellschaft. In den 60er-Jahren wurde sie für Gladbach konzipiert und realisiert. 2013 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. An ihrem Standort ist sie auch städtebaulich von herausragender Bedeutung. Heute ist das Gebäude dringend sanierungsbedürftig, die (technische) Ausstattung ist veraltet, die Publikumsflächen sind zu gering, die ursprünglich hohen Aufenthaltsqualitäten sind durch die intensive Nutzung stark beeinträchtigt.

Damit kann es den hohen Anforderungen einer Bibliothek des 21. Jahrhunderts nicht gerecht werden – das große Potenzial der Einrichtung wird bei weitem nicht ausgeschöpft.


Vielfach zu beobachtende Herausforderungen für Kommunen wie demografischer Wandel, Digitalisierung und Migration betreffen auch die Stadt Mönchengladbach. Bildung und Kompetenzvermittlung gewinnen als Element von Stadtentwicklung vor diesem Hintergrund überproportional an Bedeutung. Bibliotheken kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Infrastrukturelle Schwächen und soziale Unsicherheit in weiten Teilen der Stadtbevölkerung erfordern Antworten, die ein neutraler Ort, wie eine Bibliothek, geben kann, sofern sie sich den Gegebenheiten und Herausforderungen stellt.

Die Nutzung von Bibliotheken ändert sich ebenso wie die an sie gerichteten Erwartungen: vom Ort der reinen Mediennutzung zum öffentlichen Lernort, Vernetzungsraum und Treffpunkt mit Raum zum Lernen und Lesen, für Inspiration und Entspannung, Begegnung und Unterhaltung, Inklusion und Integration. Weniger Medien als vielmehr Menschen stehen im Mittelpunkt. Gerade in Zeiten umfassender digitaler Kommunikation braucht es wieder Orte des aktiven Tuns und der unmittelbaren Kommunikation von Mensch zu Mensch. Die Bibliothek wird zum „Dritten Ort“, einem Knotenpunkt, an dem Gesellschaft stattfindet. Ein Ort, der ebenso wie das erste Zuhause positiv besetzt ist, ein Aufenthaltsort, der nicht benutzt wird wie ein Restaurant, in dem man für eine kurze Dauer Gast ist, sondern als Erweiterung des eigenen Wohnzimmers, als niedrigschwelliger Treffpunkt und Lernort Aller – ein geschützter Ort der Kompetenzvermittlung. Der Wandel erfordert bauliche Anpassungen.

Der Fokus liegt dabei im Raumangebot mit ausreichend, möglichst flexibel zu nutzender Fläche, hoher Aufenthaltsqualität und attraktiver Architektur. Qualität und Bedarfsgerechtigkeit der räumlichen und technischen Infrastruktur sind dabei Schlüsselmomente. Im Zuge der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Gebäudes soll die Chance genutzt werden, das Konzept der Stadtbibliothek funktional und gestalterisch optimal für heutige und künftige Nutzerbedürfnisse umzusetzen und dabei auch die Ausstattung zu modernisieren. Darüber hinaus soll auch die außenräumliche und städtebauliche Wirkung gestärkt werden.

Das Vorhaben ist für die Stadt Mönchengladbach von großer Bedeutung und im Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept Alt-Mönchengladbach (IHEK) ausführlich dargestellt. Das Bauvorhaben soll u. a. mit Mitteln der Städtebauförderung im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ sowie des EFRE im Rahmen des Aufrufs „Starke Quartiere – starke Menschen“ finanziert werden.

Ergebnis


1. Preis: Schrammel Architekten Stadtplaner PartGmbB, Augsburg mit Lars Project, Augsburg

Architektur
Schrammel Architekten Stadtplaner PartGmbB, Augsburg
Verfasser: Dipl. Ing. Univ. Hans Schrammel, Architekt, Dr.-Ing. Stefan Schrammel, Architekt und Stadtplaner
Freiraumplanung
mit Lars Project, Augsburg
Verfasser: Ossi Aalto (Landschaftsarchitektur)
Innenarchitektur
mit Schrammel Architekten Stadtplaner Part GmbB, Augsburg
Verfasserin: Diana Tauber (Innenarchitektin)

Fachberater: Marilis Kurz-Lunkenbein, Wort-Geber Medienbüro, Augsburg (FG: Texte & Recherche), Jürgen Deuringer, bfp ingenieure, Augsburg (FG: Tragwerksplanung), Helmut Guggenbichler, Bartenbach GmbH, Altrans – Österreich (FG: Lichtplanung), Heinz Schauer, Augsburg (FG: Modellbau)

Beurteilung der Jury
Der Arbeit 8005 wird aus Sicht des Preisgerichts die größte und schnellstmögliche Realisierungschance eingeräumt unter Berücksichtigung einer Überarbeitung, um denkmalpflegerische und gestalterische Aspekte zu verbessern.

Das Projekt schafft mit einem, zunächst als minimal zu verstehenden Eingriff eine bestmögliche Optimierung der Funktionszusammenhänge und belässt die äußere Figur weitgehend unverändert, was von Seiten des Denkmalschutzes und des Preisgerichtes insgesamt positiv bewertet wird. Ausgenommen davon ist das Atrium, das zweigeschossig überbaut werden soll. Die innere Organisation, wird von Nutzerseite sehr gut gefunden. Der aufgehende Anschluss an den querliegenden Riegel und das aufgehende Turmgebäude jedoch wird kritisch gesehen. Ein Abrücken und Reduzieren der Höhe der Überbauung bis hin zu einer reinen 1-geschossigen Glasüberdachung wird empfohlen.

Die Auseinandersetzung mit dem Adenauerplatz gelingt gut durch den sogenannten Makerspace und seines Pendants auf der Platzseite sowie der Wegeführung zwischen Eingang und Platz, wobei in Zusammenhang mit der Mitgestaltung des Adenauer-Platzes über den Wegeverlauf weiter entschieden werden sollte.

Das Brückenbauwerk wird kritisch gesehen. Die Dimensionierung des Freiraums zur Blücherstraße muss überprüft werden.

Die Tieferlegung und Nutzung des Untergeschosses wird städtebaulich positiv empfunden, die entstehenden Raumqualitäten sind, auch im Hinblick auf geringe Raumhöhen (im Gebäude und im Atrium), mit Sorgfalt zu prüfen.

Die Orientierung zwischen Erdgeschoss und Untergeschoss könnte durch Anordnung einer weiteren Verbindung deutlich verbessert werden.

Verfahren

Das Verfahren wird als offener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil gemäß RPW 2013 in zwei Phasen durchgeführt und ist bei der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen unter der Nummer w26/18 registriert.

Wettbewerbssumme

Im Rahmen des Verfahrens werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 70.000 € zzgl. Umsatzsteuer ausgelobt. Diese Summe wird aufgeteilt in 35.000 € für Preise und 35.000 € für Aufwandsentschädigungen der Teilnehmer der 2. Phase.

Rückfragen

Rückfragen konnten in der 1. Phase bis zum 24.05.2018, in der 2. bis zum 19.07.2018 gestellt werden. Die finalen Protokolle finden Sie weiter unten auf dieser Seite unter Downloads > Protokolle.

Termine

Veröffentlichung der Auslobungsunterlagen Montag, 14. Mai 2018
Rückfragen bis zum Donnerstag, 24. Mai 2018
Abgabe der Arbeiten 1. Phase Montag, 18. Juni 2018
Preisgerichtssitzung 1. Phase Montag, 9. Juli 2018
Ausgabe 2. Phase Mittwoch, 11. Juli 2018
Teilnehmerkolloquium Montag, 23. Juli 2018
Abgabe der Arbeiten 2. Phase Montag, 27. August 2018
Abgabe des Modells Dienstag, 18. September 2018
Preisgerichtssitzung 2. Phase Freitag, 28. September 2018

Downloads

Auslobung
Zentralbibliothek der Zukunft zb+ Auslobung Auslobung [PDF, ca. 39 MB]
Zentralbibliothek der Zukunft zb+ Auslobung klein Auslobung, klein [PDF, ca. 3 MB]
Protokoll der 2. Preisgerichtssitzung [PDF]
Protokoll des Teilnehmerkolloquiums, allgemeine Empfehlungen, finale Rückfragenbeantwortung 27.07.2018 [PDF]
Protokoll der Rückfragen 2. Phase, 24.07.2018 [PDF]
Allgemeine Empfehlungen zur weiteren Bearbeitung in der 2. Phase [PDF]
Protokoll der 1. Preisgerichtssitzung [PDF]
Finale Beantwortung der Rückfragen 1. Phase, 04.06.18 [PDF]
Wettbewerbsbekanntmachung
Wettbewerbsbekanntmachung (PDF)
Eignungskriterien (PDF)
Infobriefe
Infobrief 3 „Uploads Ihrer Wettbewerbsbeiträge“ – 2018-06-19 (PDF)
Infobrief 2 „Rückfragenprotokoll“ – 2018-06-04 (PDF)
Infobrief 1 „Vorläufiges Rückfragenprotokoll“ – 2018-05-31 (PDF)