Neubau des Martin-Behaim-Gymnasiums, Nürnberg – offener, 2-phasiger Wettbewerb

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Aktuelle Informationen


Am 5. März 2020 ermittelte das Preisgericht in ganztägiger Sitzung die Preisträger im Wettbewerb „Neubau des Martin-Behaim-Gymnasiums“. Die öffentliche Ausstellung aller Arbeiten musste leider abgesagt werden, um einer potentiellen Ansteckung mit dem Corona-Virus vorzubeugen. Stattdessen wird sie nun online hier gezeigt. Wir wünschen viel Freude beim Blättern!

Anlass und Ziel

Nürnberg wächst. Das Martin-Behaim-Gymnasium ist sanierungsbedürftig. Der LehrplanPLUS wird eingeführt und das 9-jährige Gymnasium kehrt zurück.

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Um den prognostizierten erhöhten Schülerzahlen im Stadtgebiet und den baulichen Mängeln des Martin-Behaim-Gymnasiums (MBG) zu begegnen, wurde 2017 nach Wirtschaftlichkeitsüberprüfungen beschlossen, das derzeitige Gebäude des Martin-Behaim-Gymnasiums zurückzubauen, um einem vergrößerten Neubau Platz zu machen.

Im Neubau soll nicht nur die Einführung des kompetenzorientierten LehrplanPLUS stattfinden, räumlich wird hier ein pädagogischer Paradigmenwechsel vollzogen: Mit der Einführung des Prinzips von „Lehrer-Räumen“ drehen sich die Raum- und Wegebeziehungen von Schülern und Lehrern um und aktuelle pädagogische Konzepte können ihren Platz finden.

Parallel zum Neubau des MBG wird das das direkt benachbarte, denkmalgeschützte Neue Gymnasium Nürnberg (NGN) saniert und erweitert werden; nach der Realisierung der beiden Maßnahmen bilden die beiden Gymnasien mit gemeinsamer Mensa, einem Beratungszentrum und gemeinsamen Sportanlagen einen funktional verknüpften Schulstandort.

In einer öffentlich-öffentlichen Partnerschaft wurde die städtische WBG KOMMUNAL GmbH von der Stadt Nürnberg mit der Realisierung beider Maßnahmen beauftragt.

Für den Neubau des Martin-Behaim-Gymnasiums soll nun in diesem zweiphasigen offenen Realisierungswettbewerb eine städtebaulich angemessene, identitätsstiftende Lösung gefunden werden, die mit einer schlüssigen Architektur, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Betrieb überzeugt. Die Sanierung und Erweiterung des NGN ist nicht Bestandteil dieses Verfahrens, gleichwohl stehen für die Planung Teilflächen des Grundstücks für die gemeinsamen Nutzungen Mensa, Sporthallen und Beratungszentrum zur Verfügung.

Für das Projekt ist ein Kostenrahmen von ca. 90 Mio. € Brutto für die Kostengruppen KG 300 und 400 angesetzt. Der Abschluss der Baumaßnahmen ist für das Jahr 2025 geplant.

Ergebnis

Preisträger und Anerkennungen


1. Preis Caramel Architekten, Wien mit YEWO LANDSCAPES GmbH, Wien

ARCHITEKTUR
Caramel Architekten, Wien
Verfasser: Günter Katherl
Mitwirkende: Martina Hatzenbichler, Patrick Gerber, Kolja Janiszewski

FREIRAUMPLANUNG
YEWO LANDSCAPES GmbH, Wien
Verfasser: Dominik Scheuch
Mitwirkende: Claudia Steinbacher, Fruzsina Stefán

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Beurteilung der Jury

Die Arbeit besticht durch eine klare städtebauliche Konzeption und eine ausgewogene Verteilung der Baumassen. Zurückversetzt von der Straßenkreuzung Schultheißallee / Hainstraße bildet der fünfgeschossige solitäre Schulbaukörper den Schwerpunkt der Gesamtanlage und ein starkes städtebauliches Pendant zum geplanten neuen Konzerthaus. Die genaue Situierung des Baukörpers erscheint allerdings aufgrund der beengten Situation zur nördlichen Nachbarbebauung und zur Sporthalle noch zu wenig präzise.

Dem Schulgebäude wird ein über alle Geschosse offen durchlaufendes ovales Atrium eingeschrieben, dass die Verfasser als „Herz der Schule“ titulieren. Auf diesen überaus großzügigen Luftraum sind dementsprechend sämtliche schulischen Nutzungen ausgerichtet. Ausgehend von Aula und Pausenhalle im Erdgeschoss fällt der Blick auf den sogenannten „Kreativgarten“ im Unterschoss wie zu den Lernbereichen in den Obergeschossen. Das allgegenwärtige Atrium ist Orientierungs- und Treffpunkt, Erschließungsraum und aktiver Teil der Lernlandschaften zugleich. Die Lernbereiche und Fachdepartments in den Obergeschossen stehen in direkter räumlicher Verbindung zum Atrium und bilden in ihrer durchdachten Ausformulierung eine perfekte Grundlage zur Realisierung des neuen pädagogischen Konzeptes.

Hinsichtlich einer ausreichenden Belichtung des Innenraums zum Atrium über die Dachverglasung bestehen allerdings genauso Bedenken wie gegenüber der Ausführung des Tragwerks als Stahl-Holzhybridkonstruktion. Die Umsetzung wird technisch und wirtschaftlich kritisch hinterfragt; aus brandschutztechnischer Sicht erscheint die dargestellte Konstruktion kaum in einem zeitlichen und wirtschaftlichen Rahmen realisierbar. Allerdings erlaubt der gewollt raue Ausbau eine wirtschaftliche und günstige Realisierung und stellt auch einen angenehmen Kontrapunkt zum Konzerthaus dar.

Auch in der äußeren Erscheinung kann der Schulbaukörper mit seinen umlaufenden Balkonen und flexibel nutzbaren Sonnenschutzelementen vollkommen überzeugen. Die dargestellte Leichtigkeit und Transparenz lassen ein zeitgemäßes und wandelbares Gebäude erwarten, dass im räumlichen Zusammenspiel mit Sporthallen und Mensa die gewünschte gestalterische Einheit bildet.

Die sieben Sporthallen liegen aufgereiht an einer überdachten Verbindungsachse zum NGN als Rücken an der nördlichen Grundstücksgrenze. Begrüßt wird die ebenerdige und damit kostengünstige Anlage der Sporthallen, deren enorme Längenausdehnung durch die vorgelagerte Mensa, mit ihrer überzeugenden innenräumlichen Organisation, geschickt gebrochen wird. Die Positionierung von Sporthallen und Mensa zum NGN wird seitens beider Schulen sehr positiv gesehen.

Das Sportfeld wird in voller Größe nachgewiesen; dies führt leider zu einer sehr gedrängten Situation zwischen Gebäuden und Spielfeld.

Der Pausenhof im Eingangsbereich erscheint für die Anzahl der Schüler sehr klein, bietet jedoch interessante Angebote. Ergänzt wird dies durch einen Schulgarten auf dem Sporthallendach und die ebenfalls dort situierten Hartplätze. Die vorgeschlagenen Nutzungen erfordern allerdings hohe Ballfangzäune, der offene Pausenbereich einen Sonnenschutz. Die Terrasse der Mensa wird zwar positiv gewertet, beschneidet allerdings in ihrer Ausdehnung die gewünschte Fischbachrenaturierung.

Insgesamt wird der Wettbewerbsbeitrag als überaus ansprechende und neuartige Lösung zur gestellten Aufgabe gesehen und bildet eine hervorragende Grundlage zur Realisierung eines zukunftsfähigen Martin-Behaim-Gymnasiums.

2. Preis ARGE raum.land – SRAP + raum3 Architekten mit adlerolesch Landschaftsarchitekten GmbH, Nürnberg

ARCHITEKTUR
ARGE raum.land – SRAP + raum3 Architekten
Verfasser: René Rissland, Robert Sedlak, Matthias Massari
Mitwirkende: Jennifer Botzki, Simone Schilling, Fabrizio Piediscalzi, Viktoria Konuk

FREIRAUMPLANUNG
adlerolesch Landschaftsarchitekten GmbH, Nürnberg
Verfasser: Ben Warnecke

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Beurteilung der Jury

Die Arbeit überzeugt durch die klare städtebauliche Grundkonfiguration und das damit eng verknüpfte Grundrisslayout. Entlang einer durchgehenden Wegeverbindung, der so genannten „Campus-Promenade“, reihen sich alternierend Gebäude und Freiräume zu einer kontinuierlichen Schullandschaft. Den Auftakt im Westen macht das gut proportionierte Behaim-Forum, das zugleich den zentralen Zugang zum Schulgebäude und zur Aula bildet. Die Aula zeigt sich als überzeugender Empfangs-, Aufenthalts- und Veranstaltungsraum.

Die vertikale Erschließung im Schnittpunkt der beiden Teile des Schulgebäudes ist sehr kompakt und effizient und lässt kurze Wege und einen effizienten Schulbetrieb erwarten. Das Schulkonzept selbst sowie die gewünschten Lernlandschaften werden überzeugend und qualitätvoll umgesetzt. Über ausreichend große Lichthöfe erhalten die variabel nutzbaren Räume Licht und Luft.

Über einen arkadenartigen Gang erreichen die Schüler die beiden Gebäude mit den Sporthallen und der Mensa. Die separate Erschließung der beiden Sporthallenbereiche für den MBG und die NGN funktioniert gut; in der inneren, betrieblichen Funktion sind kleinere Mängel zu erkennen. Die Mensa überzeugt durch ihre einfache und präzise Funktionalität. Die Andienung von Norden ist gut und in seinen Dimensionen gut gewählt. Die Speisesäle der beiden Schulen können gemeinsam oder auch getrennt betrieben werden und erhalten über die vorgelagerte Arkade eine attraktiven Außenbezug. Die darüber angeordneten Sporthallen für das NGN sind über einen kurzen Weg an das Hauptgebäude angebunden und bilden den neuen, dreigeschossigen Abschluss des Schulweges.

Mit der „Campuspromenade“ wird eine klar ablesbare, zentrale Erschließungsstruktur formuliert. Die Promenade verknüpft das „Behaim-Forum“ am MBG und den „Comenius Platz“ und verbindet dabei sämtliche Gebäude miteinander. Beide Platzflächen erhalten eine differenzierte, wenn auch etwas formal anmutende Gestaltung und Begrünung, die hohe Aufenthaltsqualität verspricht. Die prägnante Anordnung von Platz- und Sportflächen innerhalb der städtebaulichen Figur führt zu einer angenehm geordneten Gliederung der Außenanlagen unter Wahrung funktionaler Zusammenhänge und Ausbildung verschiedenartiger atmosphärischer Qualitäten. Die wechselnden Ein- und Ausblicke aus den Gebäuden in die Freibereiche und umgekehrt werden schaffen eine gute Orientierung und lassen insgesamt eine überschaubare Aufsichtssituation für die Lehrkräfte erwarten. Die Elternvorfahrt über das Wohngebiet im Norden ist so nicht gewünscht.

Mit Sitzstufen und einer großzügigen Aufweitung östlich des Behaim-Forums wird der Fischbach zu einem urban geprägten Erlebnisort ausformuliert. Ein Erhalt des hier vorhandenen Baumbestandes wäre in diesem Zusammenhang wünschenswert, erscheint jedoch unrealistisch.

Die Fassade mit seinem durchgehenden Grundraster aus transparenten und opaken Elementen wird kritisch diskutiert. Zwar schafft die Fassadenstruktur eine durchgehende Lesbarkeit des neuen Schulensembles, zugleich entsteht aber eine sehr starre Architektursprache, die in Summe als Fassade eines ambitionierten Schulkonzeptes nicht überzeugen kann.

Die kompakte Volumenbildung, die Wahl der Materialien und der geringe Bodenaushub lassen eine kostenkonforme Realisierung und einen wirtschaftlichen Betrieb der Schule erwarten.

Insgesamt zeigt die Arbeit ein gutes und einfaches städtebauliches Konzept, in dem die neuartigen Lernlandschaften und die vielfältigen Anforderungen zeitgemäßen Lernens in überzeugender Art und Weise umgesetzt werden.

3. Preis agn Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren mit agn Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren

ARCHITEKTUR
agn Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren
Verfasser: Daniel Mäuser
Mitwirkende: Jae Sung Lee, Qiao Huang, Cristina Filca

FREIRAUMPLANUNG
agn Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren
Verfasser: Uwe Wild

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Beurteilung der Jury

Der Entwurf stellt den zentralen 5-geschossigen Schulbaukörper in Ausrichtung und Gebäudebreite dem Neubau des Konzerthauses auf der Südseite der Schultheißallee gegenüber, was sich räumlich sowohl auf den südseitigen Straßenraum als auch dem Bestand in Norden positiv auswirkt. Zwischen dem kraftvollen solitären Schulbaukörper und dem Gebäude der gestapelten Turnhallen von MBG und NGN ist ein kleineres zweigeschossiges Gebäude für die Mensa situiert. Insgesamt entsteht so eine Gebäudekonfiguration, die sich in Masse und Höhenentwicklung im Stadtraum ein- und unterordnet. Durch die sehr differierenden Höhen der Gebäude geht jedoch etwas die Stimmigkeit der Baumassen zueinander verloren.

Kritisch wird die Lage der Mensa gesehen, die ein weites Hineingehen der Schüler des NGN in den Schulraum des Martin-Behaim-Gymnasiums erforderlich macht. Der wesentliche Teil der Freiflächen wird für Sportflächen genutzt, die resultierenden Flächen für die Pausen erscheinen sehr gering dimensioniert. Der „Schulhof“ vor dem NGN kann hier nicht als Ersatz dienen.

Der Zugang zum Schulgebäude von Süden über den Vorplatz ist schlüssig, die innere Belichtung über drei Lichthöfe erscheint knapp ausreichend. Die Anordnung der Funktionen, insbesondere die Umsetzung des Schulkonzeptes und die Erschließung der Lernlandschaften ist gut gelungen. Als nicht ausreichend wird der Tribünenbereich der Turnhallen angesehen. Die angebotenen, einreihigen Stehplätze reichen hier nicht aus.

Die durchlaufenden Betonbänder der Geschossdecken ergeben zusammen mit den Holz-Alu Paneelen ein für die Schulgebäude angemessenes, gut gegliedertes Erscheinungsbild.

Die großzügig proportionierte Fläche eines „Grünbandes“ überwiegend im Süden der Baukörper zwischen NGN und MBG bleibt weitgehend ohne Differenzierung oder Konkretisierung der gewünschten Atmosphäre. Die erforderlichen Sportanlagen nehmen dabei einen Großteil der verfügbaren Fläche ein. Für eine Renaturierung oder Bespielung der Flächen am Fischbach verbleibt nur wenig Raum, der zudem planerisch ungenutzt bleibt.

Die Schulhofflächen sind den Schuleingängen vorgelagert und verbleiben weitgehend undifferenziert und ohne weitere Aussage. Die Gestaltung des Bereichs unmittelbar südlich des MBG bleibt vage und kann mit der perspektivischen Darstellung nicht in Einklang gebracht werden. Die vorgeschlagene Schulhofnutzung im Bereich Weddigenstraße / Eingang NBG steht im Konflikt zu den dort zugleich vorgesehenen Zufahrts- und Lieferverkehren.

Insgesamt kann die städtebauliche Setzung der Baukörper bis auf die Anordnung der Mensa grundsätzlich überzeugen; die innere Organisation ist gut und geeignet für eine Umsetzung der neuen Lehrformen.

4. Preis David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich

ARCHITEKTUR
David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Prof. Alexander Schwarz, Bernhard Danigel
Mitwirkende: Ivan Dimitrov, Annette Flohrschütz, Peter von Matuschka, Philipp Müller, Nabih Salmoun, Maximilian Schäfer, Kawalpreet Singh, Nadine Soell (Kommunikation), Ute Zscharnt (Grafik)

FREIRAUMPLANUNG
Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich
Verfasser: Florian Strauß
Mitwirkende: Simon Stiegler

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Beurteilung der Jury

Die städtebauliche Anordnung von fünf Einzelbaukörpern führt zu einer differenzierten und maßstäblichen Gliederung der Freiräume. Es werden überschaubare geschützte Pausen- und Sportflächen gebildet, die jedoch hinsichtlich der Zahl der benötigten Aufsichtskräfte auch kritisch gesehen werden.

Durch die geschickte Gliederung der drei Schulbaukörper entsteht zentral ein einladender Eingangsplatz. Die Anordnung von Mensa und Sporthallen in zwei Baukörpern setzt die Maßstäblichkeit der Volumina der Schulbaukörper fort. Alle Baukörper werden funktional überzeugend durch den zentralen Arkadengang witterungsgeschützt verbunden und versprechen eine gute Verknüpfung des Schulensembles. Die äußeren Erschließungen sind hier gut auffindbar angeordnet. Kritisch gesehen wird jedoch die Anbindung des Arkadenganges über die Weddigenstraße bis an das denkmalgeschützte Gebäude des NGN.

Die im Schulgebäude zentral gelegene Aula verspricht durch die Höhe und die Grundrissgestaltung mit den gezeigten Galerien eine gute Raumatmosphäre, die dort angeordneten Funktionsräume wie Musikraum etc. stärken diese Qualität. Die Grundrisse in den Obergeschossen sind übersichtlich um die Innenhöfe organisiert. Die jeweils an den Höfen angeordneten Lernlandschaft sind jedoch zu klein ausgewiesen und durch die hindurchführenden notwendigen Erschließungsflächen so nur eingeschränkt nutzbar. Das gewünschte Fachraumprinzip mit Fachräumen und Lernlandschaften ist hier nicht zufriedenstellend gelöst.

Die Mensa am Arkadengang liegt richtig in der geografischen Mitte der Schulen. Die über ein eigenes Foyer erreichbare darüberliegende Turnhalle für die MGM mit Tribüne ist gut organisiert und verspricht durch die Fensteranordnung eine hohe Raumqualität. Die Sporthalle für das NGN ist ein Geschoss eingegraben und bietet so einen schönen Einblick vom Arkadengang aus; dies erscheint allerdings wenig wirtschaftlich.

Die gezeigte Fassadensprache mit der Differenzierung von Schulgebäuden und Sporthalle kann überzeugen.

Die Außenräume nehmen verschiedene Erschließungs- und Aufenthaltsfunktionen auf und bieten dabei eine breite Palette verschiedener Atmosphären und Nutzungen. Vielfältige und reizvolle Blickbeziehungen verknüpfen das gesamte Grundstück zu einer fließenden Bildungslandschaft für beide Schulen.

Die Renaturierung des Fischbachs wird dazu genutzt, auch den südlichen Abschnitt des Grundstücks mit den gebäudenahen Freiräumen zu verweben und den Bach erlebbar zu machen.
Die Außenanlagen sind sehr kleinteilig und bieten daher nicht genügend Raum für ein anforderungsgerechtes Rasenspielfeld. Dessen Anordnung im Verlauf der Weddigenstraße führt zudem zu einer starken Einschränkung der stadträumlichen Durchlässigkeit in diesem Bereich.

Die Arbeit ist durch die gezeigte Größe und Anordnung der Einzelgebäude städtebaulich im Zusammenhang mit der materiellen Anmutung der Fassaden ein durchaus überzeugender Beitrag. Im Inneren können aber insbesondere die ausgewiesenen Lernlandschaften das gewünschte Schulkonzept nur eingeschränkt umsetzen.

Eine Anerkennung HEID+HEID Architekten BDA PART MBB, Fürth mit Bernard Lorenz Landschaftsarchitekten, Nürnberg

ARCHITEKTUR
HEID+HEID Architekten BDA PART MBB, Fürth
Verfasser: Volker Heid, Wolfram Heid
Mitwirkende: Andreas Sebald, Thomas Strätz, Bibhup Telenga, Fan Zhou, Ömer Türkmen

FREIRAUMPLANUNG
Bernard Lorenz Landschaftsarchitekten, Nürnberg
Verfasser: Bernard Lorenz

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Beurteilung der Jury

Den Verfassern der Arbeit gelingt es, durch die Setzung von drei Baukörpern unterschiedlicher Form und Höhe eine Art Campus auszubilden, der sich zwischen dem neuen MBG und dem NGN erstreckt: im Westen ein viergeschossiger U-förmiger Schulbaukörper, der sich nach Osten öffnet und damit die Breite des Campus vorgibt, Norden aufgereihte Sporthallen und im Süden die Mensa und das Rasensportfeld.

Die Ausbildung des Campus wird grundsätzlich positiv bewertet, allerdings kann die starke Geste der U-Form in Richtung NGN formal nicht wirklich überzeugen. Die ausgebildete Achse widerspricht der Erschließung des Schulgebäudes von Süden aus (Haltestellen des ÖPNV). Die Hauptzugänge zum Campus sind zwar grundsätzlich gut gesetzt, aber insbesondere der Haupteingang des Schulbaukörpers nicht gut auffindbar. In ihrer Positionierung auf dem Grundstück sind Schule, Sporthallen und Mensa funktional richtig gesetzt: sie bieten grundsätzlich die Möglichkeit, von MBG und NGN genutzte Bereiche separat zu erschließen. Allerdings kreuzen sich teilweise die Schülerströme.

Kritisch wird auch gesehen, dass die Außenraumflächen ein hohes Maß an Versiegelung zeigen und nur wenig ausdifferenziert sind. Die Lage der Mensa ist mit ihrer Ausrichtung und der vorgelagerten Außenterrasse zum Fischbach durchaus reizvoll, leider ist die Anordnung der Speiseräume über zwei Geschosse funktional nicht gut gelöst und die südliche Ecke der Mensa liegt sehr eng am Fischbach.

Am Haupteingang des Schulbaukörpers öffnet sich offene großzügig proportionierte Raumzone, die mit einem Innenhof (Schulgarten) sowie Treppen und Sitzstufen ins 1. Obergeschoss angenehmen gestaltet ist. Die räumlichen Beziehungen, die hier zwischen innen und außen entstehen, werden positiv bewertet. Leider ist das gewünschte Schulkonzept jedoch nicht zufriedenstellend umgesetzt: dezentrale Treppen und verbindende Flure sorgen für lange Wege im Gebäude und die grundsätzlich richtig angeordneten Innenhöfe sind in ihren Abmessungen deutlich zu klein, um bei 3 Obergeschossen für eine gute Belichtung der angrenzenden Räume zu sorgen.

Die dargestellten Fassaden skizzieren die Möglichkeit, die einzelnen Baukörper zu einem Ensemble zusammenzufassen. Leider vergibt die Anmutung die Chance, das gewünschte moderne Konzept der Schule auch nach außen zu tragen.

Insgesamt zeigt die Arbeit einen interessanten Entwurfsansatz, der formal und funktional letztendlich nicht ganz überzeugen kann.

Eine Anerkennung Franz und Sue ZT GmbH, Wien mit Franz und Sue ZT GmbH, Wien

ARCHITEKTUR
Franz und Sue ZT GmbH, Wien
Verfasser: Robert Diem
Mitwirkende: Suvi Repo, Darija Malesevic, Claude Probst, Theresa Steiner

FREIRAUMPLANUNG
Franz und Sue ZT GmbH, Wien
Verfasser: Robert Diem
Mitwirkende: Suvi Repo, Darija Malesevic

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Beurteilung der Jury

Die Verfasser setzen zwei Baukörper nahezu unabhängig voneinander auf das Grundstück, im Westen das Schulgebäude mit schweren Ziegelfassade und im Osten das von beiden Schulen genutzte Gemeinschaftshaus mit Mensa und Sporthallen mit einer leichten vorgehängten Holzfassade. Die beiden Bauten scheinen unabhängig voneinander entwickelt und bleiben sich gestalterisch etwas fremd: mehr Verwandtschaft wäre hier wünschenswert.

Die Setzung der Gebäude nimmt Gebäudefluchten aus der nahen Umgebung auf, der Abstand zur westlichen Grundstücksgrenze fällt jedoch zu knapp aus. Es entsteht zum einen eine großzügige Eingangssituation zum Schulhaus vom Süden und nach Norden hin vielfältige Angebote für den Pausenfreibereich mit integrierten Hartplätzen. Sportflächen auf dem Sport- und Mensagebäude ergänzen das Angebot. Dieses gemeinsam genutzte Gebäude vermittelt zum NGN, der verkehrsberuhigte Bereich zwischen den beiden Gymnasien entspricht in seiner Dimensionierung den Vorstellungen der zukünftigen Nutzer.

Der mäandrierende Schulbau ist konstruktiv und funktional gut entwickelt, die innere Erschließung maß- und sinnvoll, die Nutzungen gut zugeordnet und dem Zweck entsprechend. Die Grundrissform erzeugt für die schulischen Belange recht gut geeignete, abwechslungsreiche Innenräume. Auch der Mensa- und Sportbau ist im gleichen Maße gut entwickelt. Konstruktion und Materialität sind konventionell angelegt und entsprechen in ihrer Gestalt ihrer jeweiligen Nutzung. Die naturnahe Öffnung des Fischbachs im Süden des Gebäudes ist in der vorgeschlagenen Form vorstellbar.

Der Schulbaukörper erscheint zur Umsetzung des Schulkonzeptes gut geeignet zu sein, die Größen der einzelnen Bereiche liegen aber jeweils im unteren Bereich. Die Anlieferung der Mensa ist unklar, die Wege dorthin sind zum Teil sehr lang. Die Fremdnutzung der Sporthallen scheint schwierig, der Zugang zum Beratungszentrum ist schwer auffindbar und zu stark mit der Sporthallennutzung verknüpft.

Nicht alle Nutzungen und Anforderungen an Licht, Bewegungs- und Abstellflächen werden nachgewiesen, der Brandschutz weist Fragen auf. Der Entwurf liegt im wirtschaftlichen Bereich, ist gut gelungen und stellt einen wertvollen Beitrag zur Aufgabenstellung dar.

Ausgeschiedene Arbeiten – Zweiter Rundgang


2. Rundgang: Friedrich Benter Architekt, Hamburg mit Roh–Landschaft Alexander Roscher, Berlin

ARCHITEKTUR
Friedrich Benter Architekt, Hamburg
Verfasser: Friedrich Benter
Mitwirkende: Tolga Bulutcu

FREIRAUMPLANUNG
Roh–Landschaft Alexander Roscher, Berlin
Verfasser: Alexander Roscher

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2. Rundgang: Neugebauer + Rösch Architekten PartGmbB mit Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum gbr

ARCHITEKTUR
Neugebauer + Rösch Architekten PartGmbB
Verfasser: Robert Rösch
Mitwirkende: Sonja Neugebauer, Johannes Riekert

FREIRAUMPLANUNG
Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum gbr
Verfasser: Dipl. -Ing. Andreas Schmidt-Maas
Mitwirkende: Christoph Pelka, Robert Bischer

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2. Rundgang: o5 Architekten BDA – Raab Hafke Lang, Frankfurt/Main mit KuBuS Freirraumplanung GmbH & Co. KG, Berlin/Wetzlar

ARCHITEKTUR
o5 Architekten BDA – Raab Hafke Lang, Frankfurt/Main
Verfasser: Prof. Joachim Raab, Jan-Henrik Hafke, Ruben Lan
Mitwirkende: Claudia Rothe, Johanna Schmid, Sophia Bonin, Yessim Loos

FREIRAUMPLANUNG
KuBuS Freirraumplanung GmbH & Co. KG, Berlin/Wetzlar
Verfasser: Rudolf Kaufmann
Mitwirkende: Tina Wehder, Rabea Seibert, Till Bacherer

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2. Rundgang: Möller Architekten PartGmbB, München mit Stautner + Schäf Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, München

ARCHITEKTUR
Möller Architekten PartGmbB, München
Verfasser: Dipl. -Ing. Günter Möller, Dipl. -Ing. Katrin Möller

FREIRAUMPLANUNG
Stautner + Schäf Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, München
Verfasser: B.Ing Agnes Simon, Doyoung Ahn

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2. Rundgang: Leonhardt + Frahm Architekten, Berlin mit Weidinger Landschaftsarchitekten

ARCHITEKTUR
Leonhardt + Frahm Architekten, Berlin
Verfasser: Jens Peter Frahm, Angela Leonhardt

FREIRAUMPLANUNG
Weidinger Landschaftsarchitekten
Verfasser: Jürgen Weidinger
Mitwirkende: Li Guohao

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2. Rundgang: Choe Hackh, Frankfurt am Main mit HKK Landschaftsarchitektur GmbH

ARCHITEKTUR
Choe Hackh, Frankfurt am Main
Verfasser: Dipl.-Ing. Hans-Peter Hackh
Mitwirkende: Dipl.-Ing. Yoon-Jung Choe, B.A. Kum-Ok Kim

FREIRAUMPLANUNG
HKK Landschaftsarchitektur GmbH
Verfasser: Dipl.-Ing. Johannes Cox

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2. Rundgang: ARGE Kampik Architekten & Scheer Architekt GmbH, München mit BL9 Roser Cebulsky Part GmbB, München

ARCHITEKTUR
ARGE Kampik Architekten & Scheer Architekt GmbH, München
Verfasser: Dipl. Ing. Architekt Christian Kampik, Dipl. Ing. Architekt Andreas Kampik
Mitwirkende: Magdalena Obrusnikova, Dipl. Ing. Architektin Lidia Manolova

FREIRAUMPLANUNG
BL9 Roser Cebulsky Part GmbB, München
Verfasser: Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin Jenny Cybulsky
Mitwirkende: Christine Geelhaar

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Ausgeschiedene Arbeiten – Erster Rundgang


1. Rundgang: S.E.K. Architektinnen Säum Edmaier Krischan PartmbB, Berlin mit Sprenger Landschaftsarchitekten, Berlin

ARCHITEKTUR
S.E.K. Architektinnen Säum Edmaier Krischan PartmbB, Berlin
Verfasser: Dipl.-Ing. Sabine Krischan, Dipl.-Ing. Christine Edmaier
Mitwirkende: Dipl.-Ing. Philipp ter Braake

FREIRAUMPLANUNG
Sprenger Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser: Dipl.-Ing. Daniel Sprenger
Mitwirkende: Max Boshof

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1. Rundgang: soll sasse architekten BDA PartG mbB, Dortmund mit SOWATORINI Landschaft Gbr, Bochum/Berlin

ARCHITEKTUR
soll sasse architekten BDA PartG mbB, Dortmund
Verfasser: Inga Soll, Heiko Sasse
Mitwirkende: Maike Wiemann

FREIRAUMPLANUNG
SOWATORINI Landschaft Gbr, Bochum/Berlin
Verfasser: Sebastian Sowa
Mitwirkende: Gianluca Torini

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1. Rundgang: OEI Architekten, Fellbach mit Frank Roser Landschaftsarchitektur, Ostfildern

ARCHITEKTUR
OEI Architekten, Fellbach
Verfasser: Dipl. Ing. Steffen Oei, Thomas Oei
Mitwirkende: Dipl. Ing. Laura Brändle

FREIRAUMPLANUNG
Frank Roser Landschaftsarchitektur, Ostfildern
Verfasser: Frank Roser

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1. Rundgang: Schwarz Architekturbüro Nürnberg GbR, Altdorf b. Nürnberg mit „SIMA | BREER GmbH, Winterthur“

ARCHITEKTUR
Schwarz Architekturbüro Nürnberg GbR, Altdorf b. Nürnberg
Verfasser: Bernd-Simon Schwarz, Jörg Helmuth Schwarz
Mitwirkende: Emil Mola Idriz

FREIRAUMPLANUNG
SIMA | BREER GmbH, Winterthur
Verfasser: Rolf Heinrich Breer

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Alle Arbeiten der ersten Phase werden HIER gezeigt.

Wettbewerbssumme

Im Rahmen des Verfahrens werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 315.000 € zzgl. Umsatzsteuer ausgelobt. Diese Summe wird aufgeteilt in 165.000 € für Preise und Anerkennungen und 150.000€ für Aufwandsentschädigungen der Teilnehmer der 2.Phase.

Verfahren

Das Verfahren wird als offener Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2013 in zwei Phasen durchgeführt. Nach Auswertung der Arbeitsergebnisse wird die Jury mindestens drei Preise vergeben. Das Verfahren ist anonym.

Preisgericht

Fachpreisrichter*innen

Jörg Franke, Architekt, Emskirchen

Ursula Hochrein, Landschaftsarchitektin, München

Ingo Kanehl, Architekt, Köln

Prof. Ulrike Lauber, Architektin, München

Arthur Numrich, Architekt, Berlin

Cornelia Renner, Architektin, Berlin

Prof. Ritz Ritzer, Architekt, Berlin

Sabine Stahl, WBG KOMMUNAL GmbH, ÖÖP-Management

Daniel F. Ulrich, Planungs- und Baureferent, Stadt Nürnberg


Sachpreisrichter*innen

Dr. Klemens Gsell, 3. Bürgermeister, Stadt Nürnberg

Monika Krannich-Pöhler, Grüne-Stadtratsfraktion, Stadt Nürnberg

Dr. Anja Prölß-Kammerer, SPD-Stadtratsfraktion, Stadt Nürnberg

Harald Riedel, Finanzreferent, Stadt Nürnberg

Ralf Schekira, WBG KOMMUNAL GmbH, Geschäftsführer

Kilian Sendner, CSU-Stadtratsfraktion, Stadt Nürnberg


Ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter/innen

Prof. Claus Anderhalten, Architekt, Berlin

Elisabeth Lesche, Landschaftsarchitektin, Berlin

Friedemann Odenwald, Hochbauamt, Stadt Nürnberg

Prof. Eva-Maria Pape, Architektin, Köln

Michael Schmidt, WBG KOMMUNAL GmbH, ÖÖP-Management


Ständig anwesende stellvertretende Sachpreisrichter/innen

Michael Bengl, CSU-Stadtratsfraktion, Stadt Nürnberg

Manfred Hierl, Amt für Allgemeinbildende Schulen, Stadt Nürnberg

Elke Leo, Grüne-Stadtratsfraktion, Stadt Nürnberg

Fabian Meissner, SPD-Stadtratsfraktion, Stadt Nürnberg

Dominik Schramm, Referat für Finanzen, Personal, IT und Organisation , Stadt Nürnberg

Frank Thyroff, WBG KOMMUNAL GmbH, Geschäftsführer


Termine

EU-Bekanntmachung / Ausgabe der Unterlagen 30. August 2019
Rückfragen, verlängert bis 18. September 2019
1. Teilnehmerkolloquium 11. September 2019
Abgabe der Arbeiten 25. Oktober 2019
1. Sitzung des Preisgerichts 27. November 2019
2. Teilnehmerkolloquium 13. Dezember 2019
Abgabe der Arbeiten 7. Februar 2020
2. Sitzung des Preisgerichts 05. März 2020

Downloads

0 | Protokolle
Protokoll der 1. Preisgerichtssitzung [PDF, 0.4 MB]
Protokoll der 2. Preisgerichtssitzung [PDF, 0.8 MB]
A | Auslobung
Auslobung [PDF, 14 MB]